NATO-Treffen: Jet-Abschuss hat für Syrien keine weiteren Konsequenzen

Der Abschuss eines türkischen Jets durch Syrien – ein Vorfall, der die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern in den vergangenen Tagen zusätzlich belastete. Das Treffen der NATO-Mitglieder an diesem Dienstag in Brüssel sollte Klarheit schaffen. Doch Handlungsbedarf sieht das Bündnis auch in diesem Fall nicht.

Die NATO steht hinter der Türkei, verurteilt den Abschuss des türkischen Jets (hier) und Syrien bricht internationale Richtlinien – das sind die Ergebnisse des außerordentlichen NATO-Treffens, wobei es dafür sicherlich keiner Zusammenkunft bedurft hätte.

In einer Pressekonferenz erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der Vorfall sei „inakzeptabel“ und die NATO „verurteilt ihn aufs schärfste“. Auf dem Treffen hätten die „Verbündeten ihre Unterstützung und Solidarität für die Türkei ausgesprochen“. Die NATO werde die Situation weiterhin mit „großer Sorge beobachten“, so Rasmussen weiter. In Anbetracht der wiederholten Tötung von Zivilisten ist auch das nichts Neues. Wie erwartet, hat der Abschuss allerdings keine weiteren Folgen und auch Assad wird sich wahrscheinlich auch durch diese Äußerung der NATO nicht beirren lassen.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärt, dass das Bündnis hinter der Türkei stehe. (Foto:flickr/World Economic Forum)

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärt, dass das Bündnis hinter der Türkei stehe. (Foto:flickr/World Economic Forum)

Erdoğan: Syrien ist zu einer „Gefahr“ für die Türkei geworden

Derweil verschärfte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan seine Rhetorik gegenüber Assad. Syrien sei zu einer „Gefahr“ für die Türkei geworden. Jede militärische Aktivität an der türkischen Grenze durch Syrien werde von nun an als „Bedrohung“ gewertet. Anders als bisher, werde die Türkei auf eine solche Bedrohung ebenfalls militärisch antworten (vor einigen Wochen kam es zu Schüssen an der Grenze, die auch auf türkischem Boden zu Verletzten führten – mehr hier). Den Flüchtlingen und dem syrischen Volk will die Türkei weiterhin zur Seite stehen: „Die Türkei unterstützt das syrische Volk mit allen nötigen Mitteln, bis es von Unterdrückung, Massakern, diesem blutdürstigen Diktator und seiner Clique befreit ist“.

Er betonte, dass das türkische Flugzeug in friedlicher Mission über internationalen Gewässern abgeschossen worden sei. Zudem seien syrische Helikopter bisher fünf Mal in türkisches Hoheitsgebiet eingedrungen, diese seien allerdings friedlich zur Umkehr aufgefordert worden (Syrien vertritt eine andere Version des Vorkommnisse – mehr hier).

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