Vater des vermissten Piloten: „Ich will keinen Krieg wegen meinem Sohn“

Diesmal ging die Sache noch glimpflich ab: Die Nato hat im Zuge ihres Treffens den Abschuss eines türkischen Jets durch das syrische Militär zwar aufs Schärfste verurteilt. Doch Premier Erdogan kündigte schon jetzt an: Passiert so etwas noch einmal, gibt es militärische Reaktionen. Eine Entwicklung, die die Angehörigen der vermissten Piloten so gar nicht wollen.

Gebannt verfolgen die Familienangehörigen der Piloten die Nachrichten. (Foto: DTN)

Gebannt verfolgen die Familienangehörigen der Piloten die Nachrichten. (Foto: DTN)

Wie der Vater von Gökhan Ertan, einem der beiden vermissten Piloten, gegenüber den türkischen Medien erklärt, wolle er nicht, dass sich die Türkei im Zuge des tragischen Verlusts seines Sohnes in der vergangenen Woche auf einen Krieg mit Syrien einlasse.

Krieg wegen Piloten oder Kampfjet wäre nicht angemessen

Das türkische Medium “Samanyolu Haber” hatte Ali Ertan zuhause in der Provinz Malatya besucht. Zu den Journalisten sagte er: “Unser Land ist kein Land, das wegen eines Piloten oder eines Kampfets in den Krieg zieht. Das wäre ohnehin nicht angemessen. Mein Sohn könnte tot sein, doch was zählt ist, dass er seinem Land gedient hat. Ich bin ein frommer Gläubiger. Ich glaube nicht, dass mein Sohn oder irgend ein anderer Märtyrer wirklich tot sind. Sie leben noch immer unter uns.”

Osman Aksoy, Vater des zweiten vermissten Piloten, ist hingegen gemeinsam mit allen Angehörigen noch voller Hoffnung, dass der Sohn am Ende doch noch heimkehren könnte. Auch er hat zuhause im Istanbuler Bezirk Bagcılar mit den Reportern gesprochen und erklärt, dass er die Ereignisse am TV-Gerät verfolge. Seine Kritik gilt in erster Linie Syrien. Immerhin würden türkische Piloten solche Trainingsmissionen regelmäßig fliegen (der Abschuss erfolgte über einem dicht überwachten Gebiet – mehr hier).

Unterdessen schlägt der türkische Premier Erdogan nun immer schärfere Töne an. So kündigte er an diesem Dienstag vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP an: “So wertvoll die Freundschaft der Türkei ist, so heftig ist ihr Zorn.” Die Rache der Türkei werde furchtbar sein. Jede weitere syrische Aktion dieser Art, zeigte er sich entschlossen, werde als Bedrohung aufgefasst und entsprechend beantwortet (Syrien sei nun zu einer Gefahr für die Türkei geworden – mehr hier).

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