Zentralrat der Muslime: Beschneidungs-Urteil verfestigt „Vorurteile und Klischees“

Muslime und Juden sind empört über das Kölner Beschneidungs-Urteil, nach dem eine Zirkumzision an Jungen eine Straftat darstelle. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, befürchtet eine Gefährdung der Religionsfreiheit und die Verfestigung von weiteren Vorurteilen.

„Die Religionsfreiheit ist ein sehr hohes Gut in unserer Verfassung und darf nicht Spielball einer eindimensionalen Rechtsprechung sein, die obendrein diesem Thema gegenüber bestehenden Vorurteile und Klischees noch weiter verfestigt“, erklärte Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime.

Muslime und Juden sind maßgeblich von der Entscheidung des Kölner Landgerichts, nicht-medizinisch notwendige Beschneidungen bei Jungen strafbar zu machen (hier), betroffen, da die Zirkumzision jahrhundertealter Bestandteil dieser Religionen ist.

Genau wie der Zentralrat der Juden (mehr dazu hier) wertet der ZDM das Urteil als „eklatanten und unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften“. Auch das Elternrecht werde dabei verletzt, so der ZDM. Er verweist außerdem auf die Vorteile „einer fachgerechten Zirkumzision“ für Kinder und Erwachsene. Das Urteil führe in Deutschland nun zu einer Rechtsunsicherheit.

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