Jet-Abschuss: Türkei schließt russische Beteiligung aus

Der türkische Verteidigungsminister İsmet Yılmaz hat Gerüchte aus der Opposition, wonach russische Streitkräfte die türkische F-4 vor der syrischen Küste abgeschossen hätten, dementiert. Unterdessen bekräftigte der türkische Premier Erdoğan seine Ankündigung, künftige Bedrohungen absolut ernst zu nehmen.

War beim Jet-Abschuss vor der syrischen Küste ein russisches Kriegsschiff im Spiel? (Foto: www.cia.gov/wikipedia)

War beim Jet-Abschuss vor der syrischen Küste ein russisches Kriegsschiff im Spiel? (Foto: www.cia.gov/wikipedia)

Bezug nehmend auf Fragen, die bereits während einer Sitzung am vergangenen Montagabend durch die türkische Opposition aufgekommen waren, erklärte Yılmaz nun, dass die Regierung keinerlei Kenntnisse über eine russische Beteiligung an dem  Vorfall am vergangenen Freitag, den 22. Juni, habe. Alle Hinweise würden darauf hindeuten, dass Syrien den Aufklärer während seiner friedlichen Mission angegriffen habe, obschon man über die Identität des Jets Bescheid gewusst hätte.

Masum Türker, Vorsitzender der Demokratischen Linkspartei (DSP), hatte am vergangenen Montag behauptet, dass ein russisches Schiff anstatt der syrischen Streitkräfte in die Attacke involviert gewesen sei. „Es gibt zwei russische Kriegsschiffe und eine russische Fregatte im Hafen von Latakia“, sagte er und fügte hinzu: „Eines von ihnen, die Admiral Tschabanenko, hat die Technologie, auch nur die geringste Aktion in der Luft zu erkennen.“ Türker behauptete daraufhin, dass es die Tschabanenko gewesen sei, die den türkischen Kampfjet vom Himmel geholt habe (das Gebiet ist in der Tat dicht bewacht – mehr hier).

Das wurde von Yılmaz nun noch einmal kategorisch dementiert. Die Behauptung bezeichnete er als haltlos. „Das ist nicht wahr”, so der Minister. Er riet den Abgeordneten dringend, den Erklärungen des Premierministers und des Außenministeriums Glauben zu schenken.

Türkei keine Bedrohung für die Sicherheit irgendeiner Nation

Unterdessen meldete sich der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan erneut mit einer scharfen Ankündigung. Darin bekräftigte er künftige Bedrohungen absolut ernst zu nehmen. Diejenigen, die die Macht der Türkei austesten würden, so Erdoğan, würde man auf ihre Plätze verweisen. „Wir sind ein Staat, der rücksichtslos gegen jede Art von Terrororganisation kämpft. Wir schrecken nicht davor zurück Schurkenstaaten und jenen, die den Großmut der Türkei ausreizen, nachzustellen.“ Die Türkei sei jedoch keine Bedrohung für die Sicherheit irgendeiner Nation.

„Das türkische Militär ist eine der weltweit stärksten Armeen“, so Erdoğan weiter (an der syrischen Grenze befinden sie sich in höchster Alarmbereitschaft – mehr hier). Die Türkei beabsichtige allerdings nicht, irgendjemanden anzugreifen. Es gehe vielmehr darum, den Frieden zu wahren und um die Abwehr von Bedrohungen gegen die eigene Sicherheit.

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