Welttourismusorganisation: Türkei im weltweiten Vergleich auf Rang 6 vorgerückt

Wie die Welttourismusorganisation (UNWTO) mitteilt, haben sich im Jahr 2011 mehr Menschen für die Türkei entschieden als noch im Jahr zuvor. Um diesen Trend zu halten und das mögliche Ausbleiben russischer Touristen zu kompensieren, sollte sich die Türkei jedoch bemühen, verstärkt deutsche Millionäre ins Land zu locken.

In Sachen Gästezahlen konnte die Türkei 2011 ordentlich zulegen. Um den Trend auch 2012 zu halten, setzen die Hoteliers nun auf wohlhabende Deutsche. (Foto: Thijs van Exel/flickr)

In Sachen Gästezahlen konnte die Türkei 2011 ordentlich zulegen. Um den Trend auch 2012 zu halten, setzen die Hoteliers nun auf wohlhabende Deutsche. (Foto: Thijs van Exel/flickr)

Im Rahmen der so genannten „Tourism Highlights Edition“ konnte die Türkei mit insgesamt  29,3 Millionen Touristen in 2011 gegenüber dem Jahr 2010 einen Rang wettmachen. Aktuell liegt die Türkei damit im Gesamtklassement auf Rang sechs. Unter den Top-Ten-Platzierungen ist sie zudem das einzige Land, das sich verbessern konnte (eine Auswahl der schönsten Traumstrände der Türkei gibt es hier – mehr hier).

Die UNWTO mit Sitz in Madrid ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die von rund 100 Mitarbeitern betriebene Einrichtung versteht sich als internationales Forum für Tourismuspolitik und Fokalstelle für intergovermentale Kommunikation. Ihr Ziel ist die Entwicklung eines verantwortlichen, nachhaltigen und universell zugänglichen Tourismus, um letzen Endes so zur ökonomischen Entwicklung, internationaler Verständigung, Frieden, Wohlstand und Einhaltung der Menschenrechte beizutragen (das historische Erbe wird in der Türkei mit umfassenden Restaurierungsmaßnahmen gepflegt – mehr hier).

Besucherzahl: Türkei verweist England auf Rang sieben

Jedes Jahr werden von ihr die „Tourism Highlights Edition “ herausgegeben, die versuchen den grenzüberschreitenden internationalen Tourismus abzubilden. Im Zuge der Verbesserung der Türkei von Position sieben auf Position sechs konnte das Urlaubsland England erfolgreich verdrängen und sich außerdem bezüglich der Tourismuseinnahmen insgesamt auf Rang zwölf Positionieren. Hier hinkt man hinter der Insel allerdings noch etwas hinterher. Im Jahr der Hochzeit von William & Kate (vor allem die Prinzessin konnte die Wirtschaft in ihrer Heimat wesentlich ankurbeln – mehr hier) kann sich Großbritannien erfolgreich auf Rang sieben im Einnahmen-Klassement behaupten.

„Wir arbeiten Tag und Nacht unsere [Tourismus] Ziele zu erreichen“, so Ertuğrul Günay, Minister für Kultur und Tourismus. Und wie steht es mit den restlichen Nationen im UNWTO-Ranking. Mit 79 Millionen Besuchern führt Frankreich erneut den weltweiten Vergleich an. In Sachen Einnahmen rangiert das Land von Baguette und Käse mit 54 Milliarden Dollar auf Rang drei. Hier führen die USA mit 116 Millliarden US-Dollar. In Sachen Gästezahlen kommen sie mit 62 Millionen Besuchern insgesamt auf Platz zwei. Die zweitbesten „Verdiener“ im internationalen Vergleich und die besten in Gesamteuropa sind abermals die Spanier. Ins Land flossen 2011 insgesamt 60 Milliarden Dollar. Bei den „Arrivals“ landet die temperamentvolle Nation mit 57 Millionen Gästen auf Platz vier.

Deutschland auf Rang acht der Gästezahlen

Ganz vorne mit mischt auch China. Mit 58 Millionen Besuchern schafft es das Riesenland auf Rang drei und mit insgesamt 48 Milliarden Dollar an Einnahmen auf Platz vier. Italien liegt sowohl in Sachen Einnahmen (43 Milliarden Dollar) als auch in punkto Ankünften (46 Millionen) auf der fünften Position. Deutschland schafft es übrigens auf Rang acht bei den Gästezahlen und immerhin auf Platz sechs bei den Einnahmen, während Malaysia hier den neunten bzw. 14. Platz einnimmt. Australien, Macao (China) und Hongkong (China) vervollständigen die Top-Ten.

Wie das „Portal TourExpi.com“ jedoch berichtet, liefen die Geschäfte im Türkeitourismus dieses Jahr nicht ganz so gut wie noch 2011 (der Verein Türkischer Tourismusinvestoren (TYD) hat jedoch eine andere Sicht der Dinge – mehr hier). So sei die Zahl der Türeibesucher aus dem Ausland um 4,38 Prozent während der ersten fünf Monate des Jahres 2012 gesunken. Bestätigt wurde dieser Negativtrend auch von Vadi Karatopraklı, CEO des türkischen Unternehmens Aktay Turizm Yatırım ve İşletmeleri, dem unter anderem auch das bekannte Hotel Ela Quality in Belek bei Antalya gehört. Ihm zufolge sinken vor allem die Gästezahlen aus Russland derzeit massiv. Der Grund: Das Land durchlebe eine von vielen unbeachtete Wirtschaftskrise. Sinken die Erdölpreise weiter, brechen auch die russischen Gästezahlen weiter ein. Seine Prognose: „Die Hotels, die in der Türkei vor allem russische Gäste haben, werden Gewinn einbüßen. Sobald die Erdölpreise sinken, bereuen es Hotels, vor allem auf russische Gäste gesetzt zu haben.“ Dies wirke sich auch auf die Lieblingsurlaubsregion der Deutschen, der türkischen Riviera, aus: „Die Auslastung der Hotels in der Provinz Antalya liegt bei 80 Prozent und wird bis Ende des Sommers kaum höher steigen.“

Türkei will mehr deutsche Millionäre locken

Doch ohnehin seien, laut Karatopraklı, die Deutschen die treusten Türkei-Urlauber. Und hier gelte es nachzulegen: „Deutschland ist zur Zeit das Land mit der zweithöchsten Zahl von Millionären, und die Deutschen machen gerne Urlaub in der Türkei. Wir sollten uns aber bemühen, die 5,5 Millionen Deutschen der höchsten Einkommensgruppe ins Land zu ziehen. Das würde uns gegen mögliche Schläge aus Russland absichern.“

Hier geht es zum vollständigen UNWTO-Bericht.

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