Erneute Provokation: Terroristen hissen PKK-Flagge in syrischer Stadt

Nach dem Abschuss eines türkischen Aufklärers Ende der vergangenen Woche, leistet sich Syrien bereits die nächste Provokation. Ungehindert konnten Anhänger der Terrororganisation PKK ihre Flagge in einer syrischen Stadt hissen. Wohlwissend, welche Reaktionen das im Nachbarland hervorrufen werde.

Demonstranten halten Fahnen der syrischen Oppositionsgruppe, ein Banner und Fahnen mit dem Porträt des inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan während einer Newroz Feier in Beirut hoch. (Foto: DTN)

Demonstranten halten Fahnen der syrischen Oppositionsgruppe, ein Banner und Fahnen mit dem Porträt des inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan während einer Newroz Feier in Beirut hoch. (Foto: DTN)

Wie türkische Medien derzeit informieren, wurde die PKK-Flagge in der syrischen Stadt Ayn-al Arab im Bezirk Şanlıurfa und nahe des Dorfes Mürşitpınar aufgestellt. Positioniert wurde sie auf einem 15 Meter hohen Mast auf einem Hügel, so dass sie mit bloßem Auge von der Türkei aus zu sehen sei. 200 Meter entfernt sei zudem die syrische Flagge zu sehen (der türkische Premier Erdogan glaubt, dass die Türkei in einen Krieg verstrickt werden soll – mehr hier).

Wie ein Dorfbewohner von Mürşitpınar gegenüber Journalisten erklärte, empfände er das Vorgehen, eine solche Flagge ausgerechnet auf dem höchsten Berg der Region aufzustellen, als eine echte Unverschämtheit gegenüber der Türkei. „Seit dem Ausbruch der Unruhen in Syrien wissen wir, dass uns die Terrororganisation sehr nahe ist. Aber ist das Wehen einer PKK-Flagge auf dem höchsten Berg der Gegend mit Unterstützung des syrischen Regimes nicht ein Akt des Trotzes gegen die Türkei?“, fragt der nur als N.Y. bekannte Einwohner.

PKK kontrolliert Gegend um Ayn-al Arab

Nach Auskunft von Verwandten auf der anderen Seite der Grenze, so fährt er fort, habe die PKK in Ayn-al Arab bereits eine Schule eröffnet. Dort würden die Schüler ideologisch unterwiesen, um sich so den terroristischen Nachwuchs heranzuziehen. In Ayn-al Arab sei es zudem verboten, nachts auf die Straßen zu gehen. Die PKK hätte die volle Kontrolle über die Gegend. Wie außerdem ein Offizier aus Mürşitpınar, der anonym bleiben will, gegenüber der „Zaman“ erklärte, würden mehr als die Hälfte der PKK-Terroristen aus den Kandil-Bergen im Nordirak ihre Gewaltakte in der Türkei von einer Station an der syrischen Grenze ausführen.

Bis 1998 war auch der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan in Syrien ansässig. Als sich die Situation in der Türkei immer weiter verschlechterte, drohte die Türkei Syrien offen mit Krieg auf Grund seiner Unterstützung der PKK. Die Folge: Syrien zwang Öcalan das Land zu verlassen, lieferte ihn aber nicht an die türkischen Behörden aus. Versuche Öcalans, in Europa politisches Asyl und Unterstützung für eine politische Lösung zu erhalten, schlugen allerdings fehl. Am 12. September 1998 wurde er in Italien aufgrund des deutschen Haftbefehls festgenommen.

PKK-Angriff auf Militärposten mit Ziel der Kontrolle

Laut einem Bericht der Sicherheitskräfte infiltrierten PKK-Terroristen, die im letzten Monat einen Angriff in der zentralen Provinz Kayseri verübten und dabei zwei Polizisten töteten und 17 Menschen verletzten, die Türkei von syrischem Boden aus. Darüber hinaus gestand ein PKK-Terrorist, der nach dem Angriff auf den Militärposten in Yeşiltaş am 19. Juni, bei dem acht türkische Soldaten getötet wurden, verhaftet wurde, dass es das Ziel der PKK bei diesem Angriff  gewesen wäre, die Kontrolle über die Militärbasis zu bekommen und dann eine Flagge in der Region zu hissen (darauf hin flog die türkische Luftwaffe Angriffe im Nordirak – mehr hier).

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