Wilde Verfolgungsjagd im Istanbuler Straßenverkehr: Türkischer Polizist schießt auf Zivilisten

Ein türkischer Polizist, der sich zum Tatzeitpunkt nicht im Dienst befand, wird beschuldigt, einen mit Zivilisten besetzten Wagen zunächst verfolgt und dann auf ihn geschossen zu haben, nachdem es im dichten Istanbuler Verkehr zu einer Auseinandersetzung gekommen war.

Der Polizist, der in den türkischen Medien nur als Nurullah Y. bezeichnet wird, war in der Nacht zuvor aus gewesen und gerade auf dem Heimweg als er auf der TEM Autobahn gefährlich nah am Fahrzeug von Yunus D. vorbeikam.

Yunus D. ging darauf hin auf die Hupe, woraufhin Nurullah Y. abbremste sich fluchend an Yunus D. richtete und dann mit seiner Dienstwaffe auf ihn zielte. Darauf hin gab Yunus D. Gas und versuchte dem wütenden Polizisten zu entkommen. Ganze zehn Kilometer dauerte die wilde Verfolgungsjagd, während der Nurullah Y. nicht aufhörte auf das Fahrzeug vor ihm zu feuern und versuchte, es von der Straße abzubringen. Insgesamt soll er ganze zwölf Mal auf das zivile Fahrzeug geschossen haben.

Polizei entdeckt fünf Einschusslöcher

Tatsächlich, so berichtet die „Hürriyet“ , schaffte es Yunus D. seinen Verfolger abzuschütteln. Er fuhr von der Autobahn und versteckte sich hinter einem LKW. Der Fahrer und seine zwei Begleiter flüchteten dann in ein Waldstück und riefen die Polizei. Diese entdeckte später fünf Einschuss löcher an seinem Auto.

Im Zuge der Ermittlungen spürten die Beamten Nurullah Y.s Freund Fatih E. auf. Er ist der Besitzer des Fahrzeugs, das sich der Polizist in dieser Nacht ausgeliehen hatte. Es war auch Fatih E., der seinen Freund auf eine Polizeistation brachte. Noch bevor man ihn allerdings in Untersuchungshaft stecken konnte, gelang ihm jedoch zunächst die Flucht.

Mittlerweile konnte man ihn allerdings ins Gefängnis stecken und seine Waffe beschlagnahmen. Die Staatsanwaltschaft fodert drei Mal lebenslange Haft wegen versuchten Mordes. Der mutmaßliche Täter, der gerade auf Urlaub von seiner Entsendung in der nordöstlichen Provinz Kars war, hat die Anklage gegen ihn in allen Punkten bestritten.

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