„Der verlorene Sohn“: Hollywood-Größe Berfin Haymes will Kreative in der Türkei unterstützen

Der in den USA lebende, türkische Creative Director Berfin Haymes, will dem kreativen Nachwuchs in seiner alten Heimat unter die Arme greifen. In Hollywood hat er bereits alles erreicht. Er arbeitete für zahlreiche bekannte Produktionen. Auch seine Musikvideos, beispielsweise für Jennifer Lopez, Diana Ross oder Amy Winehouse sind auf der ganzen Welt bekannt. Jetzt zieht es ihn zurück.

Die kreative Energie ist gerade in Istanbul riesig. Der in Hollywood agierende türkische Creative Director will künftig daran teilhaben. (Foto: padesig/flickr)

Die kreative Energie ist gerade in Istanbul riesig. Der in Hollywood agierende türkische Creative Director will künftig daran teilhaben. (Foto: padesig/flickr)

Seit gut 25 Jahren lebt und arbeitet Berfin Haymes nun schon im Herzen der US-amerikanischen Filmindustrie und davon sollen jetzt auch angehende Filmemacher in der Türkei profitieren. „In der Türkei“, davon ist er überzeugt, „gibt es jede Menge Zugpferde für Film-und Werbeproduktionen. Istanbul hat eine große kreative Energie und es gibt viele Geschichten zu erzählen. Hollywood war meine Universität, deshalb möchte ich mein Wissen nun mit Leuten, die in der Türkei auf diesem Gebiet arbeiten, teilen“, erklärt Haymes gegenüber der Nachrichtenagentur Anatolia.

Berfin Haymes wirkt an „Godzilla” und „James Bond” mit

In Hollywood ist Haymes schon lange kein Unbekannter mehr. Er zeichnet verantwortlich für Musikvideos von so bekannten Stars wie  Lopez, Diana Ross, Buddy Guy und Jeff Beck, aber auch für Werbefilme von Mattel, Mercedes-Benz oder Taco Bell. Daneben arbeitete er an Werbekampagnen für echte Hollywood-Blockbuster wie „Toy Story”, „Godzilla” und „James Bond” (letzterer hat auch Adana für sich entdeckt – mehr hier).

Seine Liebe gehört jedoch der Werbefilmerei. Seine Tätigkeit vergleicht der Kreative mit der eines Malers: „Ich liebe es etwas zu erschaffen, indem ich Bilder und Töne mische, ganz so wie das Malen eines Bildes vor 100 Jahren. Wenn man sein Anschauungsmaterial ordnet, dann kann man Bilder wie der bekannte Maler Monet erschaffen.” Haymes selbst kam schon früh zur Filmerei. Sein erster Kontakt ergab sich bereits im zarten Alter von zwölf Jahren als ihm seine Mutter eine 88-Millimeter-Kamera in die Hand drückte. Doch obwohl sie ihm ein solches Geschenk machten, wollte die Familie später nicht, dass er das auch studiere. Der Junge sollte lieber Ingenieur werden. Doch Haymes setzte sich durch. In den frühen 80er Jahren verpflichtete er sich für zwei Jahre bei der US-Army. Dann zog es ihn an die Alma Mater von Steven Spielberg, an die Universität von Kalifornien. Ein kurzer, dort angefertiger Comicfilm, erntete bei den Professoren viel Lob – seine Karriere nahm ihren Anfang.

Historische Dokumentation über türkische Heimat geplant

„Ich habe mein Geschäft durch harte Arbeit erlernt, in diesem Sinne war Hollywood meine Universität. Deshalb möchte ich meine Erfahrung mit den Türken teilen. Denn sie werden vielleicht nicht nach Hollywood kommen. Doch ich kann ihnen Inspiration geben.”

Ganz fern blieb er der Heimat übrigens nicht. Als Produzent und Creative Director arbeitete er an der Eröffnung von MTV Türkei mit. Jetzt wolle er sich gerne weiteren Projekten in der Heimat widmen. „Für mich ist Istanbul ein großartiger Ort, um Filme zu machen. Außerdem würde ich gerne die Geschichte meiner Familie dort erkunden. Es ist eine der ältesten Städte und Drehkreuze in der Welt. In dieser Stadt gibt es so viele Geschichten zu erzählen.” (auch der jüngste James Bon „Skyfall” wurde teilweise in Istanbul gedreht – mehr hier) Konkrete Pläne gäbe es bereits. So wolle er gemeinsam mit seiner Frau Elif Cerçel eine historische Dokumentation über die Türkei in Angriff nehmen.

Mehr zum Thema:

Natur, Kultur, Geschichte: Trabzon wird das neue Hollywood der Türkei
Fragwürdiger Deal: Hollywood zeigt künftig türkische Waffen
Gespräche mit Steven Spielberg: Yavuz Bingöl zieht es nach Hollywood

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.