Euro 2012: Deutschland scheiterte am Kader und am System

Für viele Fans war das Ausscheiden der deutschen Nationalelf gegen Italien überraschend und natürlich ärgerlich. Die DFB-Auswahl verlor mit einfachen Fehlern in der Verteidigung und schied gegen den Angstgegner aus.

Gegen Italien machte die deutsche Mannschaft insgesamt eine unkreative und desolate Figur. Die größte Last lag während des gesamten Spiels bei den Mittfeldspielern, wobei die schwache Defensive mit Hummels und Badstuber erst das Aus brachte. Zu Beginn des Turniers wirkte die neubesetzte Viererkette in der Verteidigung eingespielt und souverän, doch mit einem genauen Blick ist leicht zu erkennen, dass Deutschland mit der unreifen Defensive besonders um Hummels und Badstuber den Titel nicht holen kann.

Einzelne Spiele gewinnt man gewöhnlich mit einer schlagkräftigen Offensive, doch für das Gesamtpaket, nämlich den Titel zu gewinnen, bedarf es ohne Zweifel einer soliden Verteidigung. DTN machte bereits vor dem Halbfinalspiel auf den letzten Sieg gegen Italien im Jahre 1995 aufmerksam und unterstrich dabei die Rolle Italiens als Angstgegner (sollte es eine Revanche für 2006 geben? – mehr hier).

Defensive und Mittefeld passen nicht zueinander

Auch die Verteilung der Last stimmte in der deutschen Auswahl nicht. Joachim Löws ständige Rotationen (sein neues Konzept bei der EM) auf den Flügelpositionen und der Einsatz eines Stürmers mit Gomez oder Klose machten das Spiel der Deutschen sehr stockend. Die Erwartungen an die Mittfeldspieler waren zu hoch, die Anspielstationen im Gegenzug kläglich. Viele Tormöglichkeiten enstanden auch daher nicht, weil die Defensivarbeit insgesamt nicht solide war. So mussten etwa Bastian Schweinsteiger oder Mesut Özil mehrmals den Angriff vor dem eigenen Strafraumgrenze starten und kamen dabei nicht sehr weit.

Die Mischung des deutschen Elitekaders war irgendwie schwächer als bei der WM 2010, wobei die Einsätze der Talente Reus oder Schürrle mit Sicherheit nicht falsch waren, sondern eher fördernd für das deutsche Spiel.

Kommt nach der EURO ein Umdenken? Vielleicht mit dem Titelgewinn von Italien!

Der Bundestrainer scheiterte an seiner doch übertriebenen Rotation im Kader und vermutlich auch am Spielsystem. Deutschland spielte bei der WM 2010 auch mit der Formation 4-2-3-1, doch der Kader passte in dieses System hinein, den Titel gab es am Ende aber auch nicht. Die präventive Formation mit einem Angreifer (4-2-3-1) lässt die gesamte EURO ohnehin langweilig aussehen. Wenigstens spielt heute Italien noch mit zwei waschechten Stürmern und sorgt vielleicht zu einem Umdenken in der Fußballwelt.

Vor dem Turnier kritisierte auch Arsen Wenger (Trainer FC Arsenal) die Fußballteams und merkte an, dass man das 4-4-2-System getötet habe. Es ginge nur noch darum das Spiel mit ein oder zwei effektiven Angriffen klarzumachen (genau das forderte der Bundestrainer etwa von Özil – mehr hier) und die hohe Ballbesitzquote aufrecht zu erhalten.

http://www.youtube.com/watch?v=GQaHTj0pKLo

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