Umfrage: Kurden wollen friedlich mit Türken in der Türkei zusammenleben

66 Prozent der kurdischen Bevölkerung wollen friedlich mit ihren türkischen Nachbarn in einer Gemeinschaft zusammenleben, wohingegen nur 6,2 Prozent der Kurden separatistische Gedanken hegen. Das geht aus einer kürzlich von der Forschungsgesellschaft ANAR durchgeführten Umfrage hervor.

Friedliches Zusammenleben in einer Gemeinschaft, das ist es, was die meisten Kurden mit ihren türkischen Mitbürgern wünschen. (Foto: DTN)

Friedliches Zusammenleben in einer Gemeinschaft, das ist es, was die meisten Kurden mit ihren türkischen Mitbürgern wünschen. (Foto: DTN)

An der ANAR-Umfrage nahmen insgesamt 5,179 Personen aus 26 Provinzen in der gesamten Türkei teil. Diese brachte hervor, dass 66 Prozent der in der Türkei lebenden Kurden in einer Gemeinschaft mit den türkischen Bürgern leben wollen, während 6,2 Prozent des kurdischen Volkes eine Trennung vorziehen.

Popularität der AKP seit den letzten Wahlen um 4% gestiegen

Die Umfrage zeigt auch, dass 84 Prozent der kurdischen Befragten ihre türkischen Mitbürger als Brüder ansehen, wohingegen 4,1 Prozent der Kurden Gefühle der Feindseligkeit gegenüber Türken haben. Dies zeigt, so fassen die türkischen Medien zusammen, dass die überwiegende Mehrheit der Kurden keine Probleme mit Türken haben und keinerlei Gefühle der Feindseligkeit gegenüber ihnen hegen (für den türkischen Premier hat die Lösung der Kurdenfrage Priorität – mehr hier).

Die gleiche Umfrage zeigt auch, dass sich die Unterstützung der Wähler für die AKP um vier Prozent seit den Wahlen im Juni des vergangenen Jahres erhöht habe und nun bei 53,7 Prozent liege. Auf der anderen Seite zeigen die Umfrageergebnisse allerdings auch, dass die wichtigste Oppositionspartei, die Republikanische Volkspartei (CHP), die 25,94 Prozent der Stimmen bei den letzten allgemeinen Wahlen gewonnen hat, nun einen Rückgang ihrer Popularität um zwei Prozent verkraften muss und nun 23,3 Prozent Unterstützung genießt. Derweil hat die MHP einen 12,1-prozentigen Zuspruch, was einen Verlust um 0,88 Prozent bedeutet. Die BDP bringt es, laut Umfrage, auf 7,1 Prozent.

Mehrheit der Befragten unterstützt Ansichten von Erdoğan

Die Umfrage schneidet zudem auch die jüngsten Äußerungen des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan zum Thema Abtreibung an. Dieser erklärte Ende Mai: „Ganz gleich, ob man das Baby im Mutterleib tötet oder nach seiner Geburt. Für mich macht das keinen Unterschied.“ Darüber hinaus sprach sich Erdoğan gegen Kaiserschnitte aus, die er als unnatürlich ansieht. (Für ihn steht fest: „Abtreibung ist Mord“ – mehr hier). Die ANAR Umfrage zeigte auf, dass die meisten Befragten Erdoğan Äußerungen zustimmen (es gibt allerdings auch gegenteilige Umfrageergebnisse anderer Institute – mehr hier). Hier unterstützen 69 Prozent der Umfrageteilnehmer seine Ansichten und ist der Meinung, dass die meisten Kaiserschnitte in der Türkei unnötig seien. Klar ist die Tendenzen auch in Bezug auf die Abtreibungsfrage. 63 Prozent der Befragten definieren Abtreibung als „Mord“.

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