Griechische Ministerin: Verbesserung der Beziehungen zur Türkei haben Priorität

Griechenland hat ein großes Interesse an besseren Beziehungen zur Türkei. Gerade im Bereich des Tourismus sollen Türken angelockt werden und damit einen Beitrag zum Schuldenabbau leisten. Die Zahl der potenziellen Touristen ist vor allem durch die regionale Nähe noch ausbaufähig.

Für die neue griechische Regierung gilt es, das Land aus der Krise zu führen. Das Tourismus-Ministerium setzt dafür auf die Türkei – als Partner, wie die Olga Kefalogianni, Ministerin für Tourismus erklärt. Um zu zeigen wie ernst es ihr damit ist, gab die 37-Jährige ihr erstes offizielles Interview nach Amtsantritt der englischsprachigen türkischen Zeitung Hürriyet Daily News.

Verbesserte Beziehungen zur Türkei sind für Kefalogianni, die einzige Frau in Samaras Kabinett, der Schlüssel zu mehr Touristen und damit mehr Geld in der Staatskasse. „Das ist unsere höchste Priorität. Wir werden uns bemühen, den Visa-Erwerb durch weniger Bürokratie zu erleichtern“, so Kefalogianni. Schon 2010 habe die Aufhebung der Visumspflicht für die Inhaber des Grünen Passes (mehr hier) zu einem Anstieg des türkischen Tourismus um 180 Prozent geführt. Vor kurzem seien auch die Visabestimmungen zur Einreise auf fünf griechische Inseln unweit der türkischen Küste erleichtert worden. Die Erleichterungen seien allerdings nur auf Probe eingeräumt worden, um zu testen, wie sich die Erleichterung auf den Tourismus auswirke. Ziel sei die Liberalisierung auszuweiten.

Außer Visabestimmungen werde sich ihr Ministerium auf gemeinsame Projekte konzentrieren. Auf den Inseln vor der türkischen Küste gebe es einen täglichen Kontakt zur Türkei (auch die SYRIZA-Partei will die Beziehungen zur Türkei verbessern – mehr hier). Das ermutige zu weiteren Projekten. Die Konflikte könne man zwar nicht ignorieren. „Natürlich wird es immer politische Fragen geben. Wir können immer die uns trennenden Aspekte sehen, aber es ist viel besser unsere Anstrengungen dahingehend zu verstärken, zusammenzufinden. Ich denke, Tourismus ist der Bereich, in dem wir diese Anstrengungen maximieren können“, so Kefalogianni (Patentfragen sorgen in letzter Zeit für Spannungen – mehr hier).

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