Leichtathletik-EM: Türkische Teilnehmer so gut wie nie zuvor!

Doppelter Erfolg für die türkischen Leichtahtletinnen in Helsinki: Aslı Cakir-Alptekin und Gamze Bulut holten über 1500-Meter Gold und Silber. Bronze ging an die Ukrainerin Anna Mischenko. Insgesamt schnitten die türkischen Athletinnen und Athleten so gut wie nie zuvor bei einer EM ab.

4:05,31 Minuten, das ist die Zeit der neuen Europameisterin Asli Cakir-Alptekin, die sich knapp vor ihrer Teamkollegin Gamce Bulut, sie schaffte 4:06,04 Minuten, durchsetzte. Cakir-Alptekin, die Welt-Indoor-Bronzemedaillengewinnerin, war nicht zu bremsen. Nach ihrem Triumph drehte die junge Athletin noch zwei Ehrenrunden auf dem Platz und schrie sich ihre Freude aus der Seele. Und auch Bulut konnte es kaum fassen: „Zweite hinter meinem großen Idol Aslı [Çakır] zu werden, ist wie eine Goldmedaille für mich. Als ich sah, dass sie an mir vorbeizog, rief ich hier zu: ‚Lauf!’“ Çakır startete das Rennen von einer äußeren Bahn und schob sich sukzessive immer weiter nach innen. Bereits zwei Runden vor Schluss übernahm sie die Führung.

Die Leistungen der türkischen Athletinnen und Athleten lassen zuversichtlich gen London blicken: Insgesamt konnten sie bei der am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen Leichtathletik-EM in Helsinki sieben Medaillen abräumen. Im Medaillenspiegel landete die Türkei mit vier Gold-, zwei Silber-und eine Bronzemedaille sogar auf Platz fünf und in der Nationenwertung mit 71 Punkten auf Rang sechs.

Besonders hervorgetan hat sich Polat Kemboi Arıkan, der gleich zwei Medaillen mit nach Hause nehmen kann: Gold über 10.000 Meter sowie Bronze über 5000 Meter der Männer. Weitere Goldmedaillen gingen an Gülcan Mıngır (3.000-Meter-Lauf der Frauen) und Nevin Response (10.000-Meter-Lauf der Frauen). Ebenfalls auf dem Treppchen landeten Gamze Bulut (1.500 Meter der Frauen) und Tariq Langat Akdağ (3.000-Meter-Hürdenlauf der Männer). Sie gewannen jeweils Silber.

Türkei im Medaillenspiegel auf Platz fünf

Ganz vorne im Medaillenfeld lagen die deutschen Athletinnen und Athletinnen, die insgesamt 16 Mal Edelmetall- sechs Gold-, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen – erzielten. Ihnen folgte Russland mit 15 Medaillen. Besser waren hier nur die Ukrainer mit insgesamt 17 Medaillen. In Sachen Gold lagen sie mit der Türkei gleicha auf. Beide Nationen erhielten das begehrteste Metall gleich vier Mal. Insgesamt 25 Nationen nahmen im Zuge dieser EM Medaillen mit nach Hause. 35 Teams erreichten Platzierungen unter den ersten Acht.

Für Mehmet Terzi, Vorsitzender des Türkischen Leichtathletik Verbands (TAF) ist das erzielte Ergebnis der türkischen Sportler geradezu „historisch“. Nie zuvor hätte ein türkisches Team derart gut bei einem solchen Wettkampf abgeschnitten. In der Vergangenheit sei man schon stolz gewesen, wenn einer der Athletinnen und Athleten das Finale überhaupt erreicht hätte. Heute, so seine Botschaft, sei der Medaillendurst ein ganz anderer. Insgesamt 41 Sportlerinnen und Sportler waren aus der Türkei nach Helsinki gekommen. In einigen Rennen starteten gleich mehrere türkische Athleten, andere wiederum fanden völlig ohne türkische Beteiligung statt (insgesamt war es für die türkischen Zuschauer eine wahre Freude – mehr hier).

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