Ein Stück Hamburg in der Türkei: Türkisches Dorf mit „Bergedorfer Straße“

Einige Hamburger Politiker machen gelebte beiderseitige Integration vor. Mit dem Bergedorfer Bürgerschaftsabgeordneten Ali Şimşek ist eine insgesamt 11-köpfige SPD-Delegation derzeit in der Türkei und gibt einer türkischen Straße symbolisch den Namen „Bergedorfer Straße“.

„Alles fing damit an, dass einige Einwohner des türkischen Dorfes Karabalı als Gastarbeiter nach Bergedorf kamen und in einer Fabrik arbeiteten“, erzählt Kaplan. Wie es bei Einwanderern „überall auf der Welt“ der Fall sei, folgten Verwandte und Bekannte und ließen sich in Hamburg, nieder. Heute gibt es in Bergedorf sogar den Karabalılar Verein (AKD), der aus 70 Familien besteht.

Im türkischen Dorf Karabali spricht jeder zweite Deutsch

In Bergedorf lebt nun bereits die zweite und dritte Generation der ehemaligen Migranten. Vor allem die erste Generation reist noch immer gern in ihr Heimatdorf, in dem nun bereits jeder zweite Deutsch spricht, wie der Dorfrat bei einem Besuch in Deutschland im Januar erklärte. Einige von ihnen sind sogar wieder endgültig in die Türkei ausgewandert und haben nun ein Andenken an ihre zweite Heimat. Einer Straße im Dorf wurde der symbolische Name „Bergedorfer Straße“ gegeben. Das Schild ziert nun den Wegesrand des kleinen Ortes mit nur rund 150 Einwohnern (in Mannheim löste die Suche nach einem möglichen türkischen Werbenamen für einen Stadtteil breite Proteste aus – mehr hier). Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast zeigt sich erfreut und erklärt, er sei stolz darauf, diese Form der gelebten Integration mit einem echten Bergedorfer Straßenschild zu unterstreichen.

Noch bis Ende der Woche bilden sich die Hamburger sowohl kulturell als auch politisch weiter. Neben einem Treffen mit dem Gouverneur der Provinz Yozgat, in der das Dorf liegt, stehen noch Besuche von Kappadokien und Hattusa an.

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