Kleinode an der Seidenstraße: Acht türkische Karawansereien werden für Touristen restauriert

Die Türkei ist demnächst um einige touristische Attraktionen reicher. Acht Karawansereien aus der seldschukischen Periode entlang der historischen Seidenstraße werden derzeit restauriert. Schon bald sollen sie unter Schutz gestellt und für Besucher geöffnet werden.

Die insgesamt acht Karawansereien befinden sich an der Route Malatya-Nemrut, entlang der historischen Seidenstraße, informiert der Bürgermeister von Malatya, Ulvi Saran. Derzeit würden die Stätten restauriert und sollen künftig auch als Touristenattraktion für heimische und internationale Besucher dienen (die Welttourismusorganisation hat die Türkei kürzlich um eine Position auf Rang sech hochgestuft – mehr hier).

„Die erste Karawanserei, die bei Ausgrabungen entdeckt wurde, war Sevserek Han. Der größtenteils unterirdisch liegende Bau befindet sich im Distrikt Yaygın“, fährt Saran fort. „Unser Ziel ist es nicht, sie wieder in ihren Originalzustand zu versetzen. Wir wollen vielmehr ihren aktuellen Zustand erhalten und Touristen ermöglichen, sie zu besichtigen.“ Auch der Restaurationsansatz sei daher ein anderer: Die weitgehend zerstörten Ruinen sollen lediglich vor weiterem Verfall bewahrt werden. Denkbar wären hier etwa eine Schutzvorrichtung aus Glas oder auch eine Überdachung (das historische Erbe wird in der Türkei mit umfassenden Restaurierungsmaßnahmen gepflegt – mehr hier).

Karawansereien: Typisches Merkmal der türkischen Gesellschaft

„Die Karawansereien, die auch eine soziale Funktion haben, wurden in Zentralasien von den Karachaniden und Ghaznawiden als eine neue Art von Architektur entdeckt. Später bekamen Karawansereien wichtige Bestandteile der alten anatolisch – türkischen Architektur“, informiert das offizielle Tourismusportal der Türkei derweil über die Bedeutung der uralten Bauwerke, die teils erst im 20. Jahrhundert ihre Funktion verloren. Die Einrichtungen, die als eine Form von sozialer Organisation fungierten, indem sie Reisenden in den Bergen oder Wüsten jede Art von Möglichkeiten und Komfort der derzeitigen Zivilisation ermöglichten, schienen, so heißt es weiter ein typisches Merkmal der türkischen Gesellschaft zu sein.

Auf der Denizli-Doğubeyazıt Strecke gibt es insgesamt 40 Karavansereis. Zehn von diesen Gaststätten sind noch immer in besonders gut erhaltenem Zustand. Einst boten sie Reisenden Unterkunft und Verflegung in einfachen Schlafsälen. Im siebten Jahrhundert wurden diese einfachen Schlafsäle dann durch weiterentwickelte Einrichtungen, dem so genannten ‚Ribat‘ (Gasthaus), ersetzt.

Häuser in Anatolien gehörten zu den gehobensten Karawansereis

Übrigens: „Die gehobensten Gasthäuser waren die Karavansereis die von den Seldschuken in Anatolien gebaut wurden. Sie waren große Einrichtungen die Obdach und Verflegung für Reisende und dessen Tiere bieteten, Platz für die Lagerung von Waren zur Verfügung stellten, und auch für Bedürfnisse der Karawanen wie Reparaturen, Behandlungen und Pflege sorgten.“

Hier eine Überblickskarte von Karawansereien in der Türkei.

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