Honda: Fokus der türkischen Produktion künftig auf Motorräder

Das japanische Unternehmen Honda will seine Produktion in der Türkei neu ausrichten. Bisher produzierte man hier nur etwa 50,000 Fahrzeuge jährlich. Recht wenig im Vergleich zu den 400,000 von Renault oder den 200,000 von Hyundai. Die Lösung des Dilemmas soll ein neuer Fokus sein: Die Herstellung von Motorrädern.

Honda will in der Türkei künftig auf Motorräder setzen. (Foto: Witold Grzesiek/wikipedia)

Honda will in der Türkei künftig auf Motorräder setzen. (Foto: Witold Grzesiek/wikipedia)

Es ist nicht der erste Neuanfang in dieser Sparte, den der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt – gemessen an seinem Börsenwert – in der Türkei unternimmt. Erst 2002, so Honda-Geschäftsführer Türkei, Hideto Yamasaki, schloss der Konzern sein Werk im Istanbuler Stadtteil Kartal. Nun soll alles anders laufen (Toyota kämpft derzeit mit ganz anderen Sorgen – mehr hier). Honda plane jetzt, so fährt er fort, seine Motorrad-Produktion in der Türkei wesentlich auszuweiten. „Wenn wir uns für eine Motorradfertigung entscheiden, dann muss unsere Kapazität bei mindestens 100,000 liegen. Unser Ziel sollten jedoch 200,000 sein“, umreisst Yamasaki den künftigen Rahmen.

Insgesamt kommen dem Konzern Investitionen in eine Motorradproduktion um rund zwei Drittel günstiger als die Automobilherstellung. Laut Yamasaki würde eine Anlage mit einer Kapazität von 200,000 Maschinen ein Investitionsvolumen von etwa 100 bis 200 Millionen Euro erfordern. Zudem seien entsprechende Anlagen schon vorhanden. Mit ein wenig Feintuning, so erklärt er weiter, könne das Honda-Werk in Gebze bei Istanbul für die Motorrad-Produktion eingesetzt werden.

Erschwingliche Motorräder für breite Kundenbasis

„Doch selbst wenn wir auf diese Weise fortfahren, ist unser oberstes Ziel, die Produktion im Rahmen des neue Anreizsystems der türkischen Regierung auf verschiedene Regionen auszudehnen. Auf diese Weise werden wir auch in der Lage sein, zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beizutragen.“

Auch das Ziel hinsichtlich der Sparte scheint schon gesteckt: Laut Yamasaki sollen es erschwingliche Motorräder sein, die eine breite Kundenbasis in der Türkei ansprechen (bisher achten türkische Verkehrsteilnehmer allerdings wenig auf Sicherheit – mehr hier). Diese Maschinen, davon ist er überzeugt, hätten zudem nicht nur positive Auswirkungen auf den türkischen Verkehr, sondern würden auf Grund ihres niedrigeren Verbrauchs auch die türkische Abhängigkeit von Ölimporten reduzieren helfen. Und dies wiederum würde dazu beitragen, das Leistungsbilanzdefizit der Türkei zu verringern.

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