Drama von Karlsruhe: Erschossener Türke wäre kommende Woche Vater geworden

Es sollte sich nur um einen Auftrag wie jeder andere handeln. Doch der Schlosser Mustafa Güler kehrte an diesem Tag nicht mehr nach Hause zurück. Der Bewohner einer Dachgeschosswohnung, die an diesem Tag zwangsgeräumt werden sollte und dessen Schloss er austauschen sollte, nahm ihn und die anderen anwesenden als Geisel. In wenigern Tagen wäre er zum dritten Mal Vater geworden.

Einen Tag nach der blutigen Geiselnahme versuchen Behörden zu erklären, wie so etwas möglich sei. Der 55-jährige arbeitslose Täter hatte beim Versuch einer Zwangsräumung den Gerichtsvollzieher, den neuen Wohnungsinhaber und den Schlosser zuerst als Geisel genommen und dann regelrecht hingerichtet, wie die Ermittler berichten. Der Täter erschoss sich anschließend selbst. Seine Lebensgefährtin wurde ebenfalls tot aufgefunden. Nach bisherigem Stand vermuten die Ermittler, dass er sie schon einen Abend zuvor erschossen haben könnte, da Zeugen Schüsse gehört hatten.

Einen Sozialarbeiter hatte der Arbeitslose ebenfalls festgehalten. Ihn ließ er nach einer knappen Stunde wieder frei. Um dem Paar angesichts des sozialen Abstiegs nach dem Verlust der Wohnung zu helfen und ihnen eine neue Unterkunft zu besorgen, hatte er den Gerichtsvollzieher in die Wohnung begleitet. Er berichtete, dass der 55-Jährige die gesamte Gruppe ins Wohnzimmer der Dreizimmer-Wohnung bat und dort dem Gerichtsvollzieher direkt ins Bein geschossen habe. Güler musste ihn und den neuen Wohnungsinhaber fesseln. Allerdings wehrte er sich, als er selbst gefesselt werden sollte. Der Geiselnehmer habe ihm dann mehrmals in Kopf und Brust geschossen.

Mustafa Güler hinterlässt zwei Kinder, fünf und neun, sowie eine hochschwangere Frau. Schon in der kommenden Woche soll sein drittes Kind auf die Welt kommen, wie die Europa-Ausgabe der Hürriyet berichtet.

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