RedHack: Staatsanwaltschaft fordert Bezeichnung als „terroristische“ Organisation

Eine türkische Staatsanwaltschaft, die gerade gegen die türkischen Cyberaktivisten von „RedHack“ ermittelt, fordert die Polizei nun dazu auf, die Gruppe als „terroristische Organisation“ anzusehen.

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Forderung mit der Tatsache, dass die sozialistische Hacker-Gruppe ein Logo mit Hammer und Sichel verwende und ein politisches Manifest habe.

Die türkischen Behörden gingen erneut gegen „RedHack“ vor, nachdem die Gruppe am 3. Juli dieses Jahres die Internetseite des türkischen Außenministeriums lahm legte und anschließend die Identität von Hunderten ausländischen diplomatischen Mitarbeitern enthüllte, die für die Türkei arbeiten (zuvor griff die Gruppierung Seiten von türkischen Milch-Erzeugern an – mehr hier).

Die Staatsanwaltschaft forderte die türkische Polizei-Direktion und die Anti-Terrorismus-Einheit auf, sich der Gruppierung nun mit dem Verständnis zu nähern, dass es sich bei ihr um eine terroristische Organisation handle. Denn offiziellen Quellen zufolge seien die Aktionen von „RedHack“ im Rahmen der „Informatik-Verbrechen“ untersucht worden, wodurch die Festnahme der Verdächtigen verzögert worden sei. Es hieß, der Kurs der Untersuchungen würde sich ändern, wenn die Gruppe als eine terroristische Organisation anerkannt werden würde.

„RedHack“ fordert immer wieder Freilassung Inhaftierter

Wegen ihrer Mitglieschaft bei „RedHack“ befinden sich bereits sieben Verdächtige in Haft. Die Gruppierung beharrt darauf, dass die Inahftierten unschuldig seien. Jedes Mal, wenn sie eine Seite der türkischen Regierung hacken, fordern sie im Zuge dessen auch ihre Freilassung.

Zuletzt hatte „RedHack“ Anfang Juli angekündigt, „etwas Großes“ zu veröffentlichen und behauptete die Behörden könnten nichts dagegen tun. Tatsächlich machten die Cyberaktivsten ihre Ankündigung wahr und veröffentlichten die Identitäten mehrerer ausländischer Diplomaten, die derzeit in der Türkei tätig sind. Dazu stellten sie die ID-Cards der Diplomaten ins Internet, die ihnen das türkische Außenministerium ausgestellt hatte. Kurzzeitig waren auf der Seite außerdem Bilder des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gemeinsam mit Gaddafi und Assad unter dem Titel „Ministerium für Krieg und Sklaverei, nicht Auswärtige Angelegenheiten“ zu sehen. Darunter fand sich die Botschaft: „Wenn ihr so sehr Krieg wollt, dann zieht eure Stiefel an und kämpft. Wir werden nicht für euch sterben, nur weil ihr von der Mehrheit gewählt wurdet.“ (darauf hin wurden die Wissenschaftler von TÜBITAK aktiv – mehr hier)

Mehr zum Thema:

Türkei: Hacker-Gruppe legt Internetseite des Außenministeriums lahm
Vergiftung durch Milch: Türkische Hacker attackieren Firmen-Webseiten
Türkische Cyberaktivisten legen konservative Milli Gazete lahm

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.