Öl-Deal mit kurdischer Regierung: Türkei gefährdet Beziehung zum Irak

Die Türkei und der Nordirak wollen die irakische Zentralregierung in Bagdad offenbar mit ihrem Öl-Deal übergehen. Ankara ist auf Öl-Importe angewiesen und sucht schon seit Monaten nach neuen Quellen, seit die Importe aus dem Iran stark gesenkt werden mussten. Doch dieser Schritt könnte nun den Beziehung zur Maliki-Regierung schaden.

Seitdem die Türkei ihre Öl-Importe aus dem Iran maßgeblich verringern musste, ist das Land auf der Suche nach neuen Öl-Quellen. Ein entscheidender Schritt sollte deshalb die Öl-Pipeline aus dem Norden Iraks darstellen. Der Deal wurde mit der Regionalregierung Kurdistan (KRG) abgeschlossen. Doch die irakische Regierung wird über diese Zusammenarbeit nicht erfreut sein.

„Solch ein Schritt wird die Beziehungen der Türkei zur irakischen Regierung beschädigen“, erklärt Serhat Erkman, ein Sprecher des Zentrums für Strategische Studien im Nahen Osten (ORSAM), ein Think-Tank in Ankara. „Sollte die Türkei Bagdad übergehen und eine Energie-Pipeline in Kooperation mit Arbil eingehen, würde das sicherlich zu weiterem Ärger mit der Maliki-Regierung führen“, meint er (die Regierung beschuldigte die Türkei schon zuvor, sich in innere Angelegenheiten einzumischen – mehr hier).

Doch genau das ist anscheinend der Plan. Auf dem Kaspischen Gas Forum in Istanbul erklärte Ashti Hawrami, der KRG-Minister für Natürliche Ressourcen: „Auch wenn es keine Übereinkunft mit Bagdad gibt, werden wir weiterhin Erdgas und -öl an die Türkei verkaufen“.

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