Syrische Truppen in Auto vermisster Türken gesichtet: Was ist mit Sedat und Cemal passiert?

Das Schicksal zweier türkischer Staatsbürger, die mit ihrem Privatfahrzeug in Syrien unterwegs waren und deren Verbleib nun völlig im Dunkeln liegt, erschüttert derzeit die Öffentlichkeit. Mittlerweile wurde das Auto der beiden gesichtet. Darin befanden sich allerdings Anhänger Assads.

Seit vergangenen Monat werden die beiden 39-jährigen türkischen Staatsangehörigen Sedat Sakin und Cemal Buzger in Syrien vermisst. Am 2. Juni brachen die Männer in Reyhanlı im Distrikt Hatay, nahe der syrischen Grenze, auf. Seitdem, so berichten die türkischen Medien, gibt es von ihnen kein Lebenszeichen mehr. Nun tauchte allerdings deren Fahrzeug plötzlich wieder auf. Wie Augenzeugen, die von der syrischen Seite der Grenze kamen, in Hatay erklärten, habe man das Auto der zwei Türken gesehen. Gefahren wurde es von Assads Anhängern.

Es wird vermutet, dass Sedat und Cemal in Gefechte zwischen syrischen Oppositionellen und der syrischen Armee geraten sein könnten. So jedenfalls der Schluss, nachdem die Familien der Männer von Leuten, die nach Hatay geflohen sind (in jüngster Vergangenheit waren darunter auch einige ranghohe Militärs – mehr hier), gehört hatten, dass Soldaten am Steuer des Wagens mit dem Kennzeichen 31 R 0456 gesessen hätten.

Sedat Sakin und Cemal Buzger suchen Cousin in Syrien

Doch was hatten Sedat Sakin und Cemal Buzger überhaupt im von Unruhen gebeutelten Syrien zu suchen? Sie hatten sich aufgemacht, um einen Cousin zu finden, der beide Eltern während der Kämpfe in Aleppo verloren hatte. Sedat Sakin, der Besitzer des Fahrzeugs, überquerte die türkisch-syrische Grenze mit seinem Freund Cemal Buzger vor mehr als fünf Wochen am Checkpoint Cilvegözü. Vedat Sakin, Sakins Tante erzählt: „Am 2. Juni gegen 15.00 Uhr rief mich Sedat mit dem Handy aus Syrien an. Er sagte, sie hätten soeben die Grenze überquert und seien sofort mitten in Gefechte hineingeraten (auch türkische Trucker wurden kürzlich angegriffen und ihre Fahrzeuge zerstört – mehr hier). Er sagte, dass es ihnen gelungen sei wegzurennen. Er sagte auch, dass sie nicht genau wüssten, wo sie eigentlich seien, aber gerade ein Dorf erreicht hätten. Dann sagte er, dass er das Telefon jemandem aus dem Dorf geben wolle, der mir genau erkläre, wo sie sich befinden. Dann brach das Gespräch jedoch ab. Ich rief zurück, doch die Leitung war tot. In den Tagen darauf klingelte das Handy, wenn ich es erneut probierte. Es nahm allerdings keiner ab.“

Zu dieser Zeit glaubte Sakin noch, dass die beiden Männer sich verstecken und in einigen Tagen zurückkehren würden. „Zwei oder drei Tage später hatte ich immer noch nichts von Sedat gehört. Ich informierte die Polizei und das Konsulat in Aleppo. Sie erklärten, dass sie sich auf die Suche machen würden. Doch nun haben wir schon seit einem Monat nichts mehr gehört.“

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