Nicht ohne meine Tochter: Mutter will die Türkei nicht allein in Richtung Frankreich verlassen

Die Mutter einer inhaftierten französischen Studentin türkischer Herkunft, die ihm Rahmen des Erasmus Programms in die Türkei kam, hat nun erklärt, dass sie die Türkei nicht ohne ihr Kind in Richtung Frankreich verlassen werde.

Sevim Sevimli, die Mutter der 21-jährigen Sevil, protestiert derzeit jeden Tag vor dem Eskişehir Gefängnis, indem Sevil wegen angeblicher Beteiligung an einer linksgerichteten und als Terrororganisation eingestuften Gruppierung einsitzt.

Der Fall der jungen Frau, so heißt es derzeit in der türkischen Presse, werde auch von den französischen Medien genau verfolgt. So habe ein französischer Fernsehsender bereits die Familie Sevimli als auch Einwohner ihrer Stadt interviewt. Geplant sei auch eine Live-Übertragung ihrer Demonstration vor der Haftanstalt.

Sevil Sevimli, die seit ihrer Geburt in Frankreich aufgewachsen ist, kam vor gut zehn Monaten im Rahmen eines studentischen Austauschprogramms in die zentralanatolische Provinz Eskişehir, nachdem sie sich dazu entschlossen hatte, dass es doch eine gute Gelegenheit wäre, das Heimatland ihrer Familie besser kennen zu lernen. Doch dann die Wende: Am 10. Mai dieses Jahres wurden sechs Studenten, darunter auch die junge Frau, in Eskişehir im Zuge einer Operation gegen die verbotene Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) verhaftet (Kurden und Türken forderten kürzlich gemeinsam das Ende des Terrorismus – mehr hier).

Die 21-Jährige wurde laut ihrem Anwalt beschuldigt, bei einem Konzert der linksgerichteten Band Grup Yorum am 12. April in Istanbul anwesend gewesen zu sein, an den 1. Mai Feierlichkeiten teilgenommen zu haben und ein Banner, auf dem kostenlose Bildung und mehr gefordert wurde, aufgehängt zu haben (in Großbritannien wurden PKK-Sympathisantinnen zu insgesamt 19 Jahren Haft verurteilt – mehr hier). Wie der Fall ausgeht, ist derzeit noch völlig offen (die Zahl inhaftierter Studentinnen und Studenten ist derzeit besorgniserregend hoch – mehr hier).

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