60.000 neue Jobs: Türkische Regierung will zwei neue Industrieregionen ausrufen

Wie der türkische Industrieminister Nihat Ergün am vergangenen Sonntag ankündigte, wolle die türkische Regierung zwei große Industrieregionen in den Provinzen Konya und Zonguldak etablieren. Die Gesamtkosten für das ambitionierte Vorhaben belaufen sich auf 31 Milliarden US-Dollar.

In der Provinz Konya stehen alle Zeichen auf Solarenergie. (Foto: broodkast/flickr)

In der Provinz Konya stehen alle Zeichen auf Solarenergie. (Foto: broodkast/flickr)

Die Entscheidung darüber soll laut Ergün auf Grund von Anfragen ausländischer und einheimischer Investoren und im Einklang mit einem Anreiz-Paket der Regierung gefallen sein, das bestimmten Branchen angeboten werde. Die Unternehmen, so Ergün weiter, würden sich in den neu ausgewiesenen Industrieregionen infolgedessen auch auf Eisen, Stahl und Zement sowie auf die Erzeugung von Energie konzentrieren. Er fügte außerdem hinzu, dass die Entscheidung mit Unterstützung des Ministeriums für Zoll und Handel getroffen wurde.

Produktion & Entwicklung: Konya neues Solarenergie-Zentrum

In seinen weiteren Ausführungen konzentrierte sich der Minister auf ein 10,4 Milliarden Dollar teures Solar-Energie Projekt (dennoch hält das Land weiter an seinem Atomkurs fest – mehr hier). Das die Türkei zu einem Drehkreuz für Energie machen solle. Errichtet werden soll das Ganze in der Industriezone von Karapınar, die in der Provinz Konya entstehen werde. Dort soll dann nicht nur Solarstrom erzeugt, sondern auch das dafür nötige Equipment produziert werden. Laut dem vorliegenden Angebot würde damit erstmals die Ausstattung für die Erzeugung von Solarenergie in der Türkei produziert und somit auch die Importraten für solche Gerätschaften gesenkt werden (erst im vergangenen März riet der Greenpeace International Chef Kumi Naidoo, die Türkei sollte mehr auf Solar- und Windenergie setzen – mehr hier).

Karapınar ist bereits für sein Potential hinsichtlich Solarenergie bekannt. Daneben wird es mit dem neuen Vorhaben nun möglich, dass die Unternehmen ihre Ausrüstung und Geräte wie etwa Photovoltaik (PV)-Panels, Solar-Steuerungen, Wechselrichter, Batterien und Regulatoren direkt vor Ort herstellen. Geplant ist ein Gebiet mit einer Größe von 5.900 Hektar.

Die zweite Industrieregion wird nach Angaben des Ministers in der Gemeinde Filyos in der nordtürkischen Provinz Zonguldak entstehen, wo der Produktionsfokus auf Eisen, Stahl und Zement liegen werde. Außerdem gäbe es strategische Investitionen in den Bau einer Werft und Kraftwerke. Investoren könnten dort die Vorteile des Hafens von Filyos nutzen. Geplant ist hier ein Gebiet mit 400 Hektar.

Neue Industriezonen: Arbeit für 55.000 bis 60.000 Menschen

Beide Projekte würden nun dem Büro des Premierministers zur Genehmigung vorliegen. Daneben deutete Ergün an, dass das Ministerium plane, das Kabinett um eine Erweiterung des Anreiz-Paketes anzufragen, um die Investitionen in den beiden neuen Industrieregionen zu deckeln. „Es wird so möglich, alle Lizenzen, einschließlich der Umweltverträglichkeitsprüfung Bericht [DEC], innerhalb von drei Monaten zu erhalten. Darüber hinaus planen wir die Kosten für die Verstaatlichung und die Infrastruktur abzudecken“, so Ergün, der den Investitionsfokus ganz klar auf Technologie, Forschung und Entwicklung sieht (seit kurzem hat die Türkei ihren eigenen Teilchenbeschleuniger – mehr hier), weiter. Der Minister gibt sich zuversichtlich, dass die beiden Vorhaben die türkische Wirtschaft ordentlich ankurbeln: Denn nach seinen Prognosen werden die Industriezonen, wenn sie einmal in Betrieb sind, Arbeit für 55.000 bis 60.000 Menschen bieten.

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