Naturkatastrophe in Samsun: Flutopfer müssen vorerst keine Strom- oder Gasrechnung zahlen

Die Opfer der jüngsten Flutkatastrophe in der türkischen Provinz Samsung haben vorerst eine Sorge weniger. Für die nächsten drei Monate müssen sie weder ihre Gas- noch ihre Wasserrechnung bezahlen. Auch den Strom erhalten sie für die kommenden zwei Monate kostenlos. Das gab Suat Kılıç, Jugend- und Sportminister sowie Abgeordneter von Samsun, nun bekannt.

„Die Bewohner der zerstörten Gebäude werden für die nächsten drei Monate nicht mit Gas- oder Wasserrechnungen behelligt. Auch ihre Stromrechnungen müssen sie in den nächsten zwei Monaten nicht bezahlen“, so Kılıç.  „Ihnen werden keinerlei Rechnungen gestellt.“

Darüber hinaus kündigte Kılıç an, dass man die zerstörten Häuser, die im Flussbett des Yılanlı-Stroms in der Schwarzmeer-Provinz gebaut wurden, sofort abreissen würde. Schon kurz nach der ersten Überschwemmungskatastrophe wurde die türkische Wohnungsbaubehörde TOKİ beschuldigt, Schuld an den vielen Todesopfern zu sein, da sie Häuser zu dicht bzw. im Flussbett errichtet hatte (der Vorwurf: Es gehe nicht um Sicherheit, sondern allein um Geld – mehr hier).

Kellergeschosse der TOKİ-Häuser werden evakuiert

„In der Gemeinde Samsun stehen derzeit 130 bezugsfertige Wohnungen zur Verfügung. Bürger, die ihre Häuser derzeit nicht betreten können, sollten sich umgehend an die Gemeinde wenden. Wir haben kein Zeitlimit u nd es wird auch keine Miete erhoben. Die Kellergeschosse, der von TOKİ gebauten Häuser, werden evakuiert. Wir erwarten von unseren Bürgerinnen und Bürgern, dass sie sich tolerant zeigen“, fährt der Minister fort. Einige der insgesamt zwölf getöteten Personen waren in Kellern von TOKİ-Häusern ertrunken. Und das obwohl Fachleute schon vorher warnten, dass diese Wohnanlagen solche Räumlichkeiten für Mieter nicht zur Verfügung stellen sollten.

Unterdessen lässt der Schrecken seit Mitte der vergangenen Woche nicht nach. Am vergangenen Montag, den 9. Juli, kamen in den Distrikten Ayvacık und Salıpazarı auf Grund anhaltender starker Regenfälle eine weitere Person ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. In Salıpazarı ließen die Regenfälle den Fluss Terme über die Ufer treten. Die Folge: Eine der vier Brücken des Distrikts wurde zerstört, an einer zweiten gab es nach einem Erdrutsch von einem nahe gelegenen Berg starke Beschädigungen. Die beiden verbleibenden Brücken wurden von der Polizei aus Sicherheitsgründen gesperrt. Auch die Grund-und Untergeschosse der Gebäude wurden evakuiert.

Auch Nachbarprovinz Giresun überflutet

Nach wie vor scheint ein Ende des Chaoses nicht in Sicht. Mittlerweile haben die schweren Regenfälle auch in der Nachbarprovinz Giresun erreicht, wo ebenfalls zahlreiche Keller und Betriebe den Fluten anheim gefallen sind. Laut Gouverneur Dursun Ali Şahin habe man die Lage allerdings im Griff (im vergangenen Herbst wurde ein Ort komplett von der Landkarte gefegt – mehr hier).

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