Bagdad: Türkischer Öl-Deal mit Kurden ist „illegal“

Die irakische Zentralregierung übt scharfe Kritik an der türkisch-nordirakischen Zusammenarbeit. Der Nordirak habe kein Recht dazu, Öl zu exportieren. Der Nordirak behauptet allerdings, gar keine andere Möglichkeit zu haben, denn Bagdad verweigere die Lieferung von Ölprodukten in den Norden. Diese sollen nun als Gegenleistung aus der Türkei kommen.

Die Autonome Region Kurdistan (KRG) im Nordirak hat begonnen, Öl in die Türkei zu exportieren. Das Erdöl wird derzeit in Trucks in die Türkei gebracht. Hier wird es dann verarbeitet. Kurdistan wiederum wird dann, das daraus verarbeitete Diesel und Benzin importieren (der türkische Export in den gesamten Irak steigt – mehr hier). Ein Deal mit dem die Türkei den Öl-Bedarf trotz der Sanktionen gegen den Iran decken will.

„Niemand hat das Recht, Erdöl oder -gas oder Ölprodukte in fremde Länder zu exportieren“, erklärte ein Sprecher des Ministers für Energien, Hussein al-Shahristani. „Das ist ein illegales und verfassungswidriges Geschäft. Wir werden die richtigen Maßnahmen dagegen ergreifen“, fügte er hinzu. Wie genau diese Maßnahmen aussehen, beschrieb er allerdings nicht.

Die Kurdische Regionalregierung sagt jedoch, dass ihr Bagdad gar keine andere Möglichkeit lasse. Die Zentralregierung habe dem Nordirak seit langer Zeit kein verarbeitetes Öl mehr zur Verfügung gestellt. Deshalb müsste sich die Region nach eigenen Mitteln umsehen. „Wenn es nötig ist, werden wir Öl in den Iran exportieren“, heißt es aus dem Ministerium für Natürliche Ressourcen und das „bis die Zentralregierung uns mit Ölprodukten versorgt“.

Die Türkei wird wegen ihrer Zusammenarbeit mit den Kurden scharf kritisiert (hier). Doch die Regierung will sich aus dem irakischen Streit heraushalten. Das Problem bestehe zwischen der Zentralregierung und Arbil, der Hauptstadt des Nordiraks und nicht mit der Türkei. Die Türkei bevorzuge außerdem keine Seite. Auch mit der Zentralregierung wird derzeit die Basra-Kirkuk Pipeline geplant.

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