Die Sache mit dem Pflichtverteidiger

Aus Film und Fernsehen kennen viele den Spruch: „Sie haben das Recht auf einen Anwalt. Sollten Sie sich keinen Anwalt leisten können, wird Ihnen ein Anwalt auf Staatskosten gestellt“. Was heißt das eigentlich und wie funktioniert eine Pflichtverteidigung in der Praxis?

Rechtsantwalt Cengiz Han

Rechtsantwalt Cengiz Han

Wer eine Anklageschrift im Briefkasten vorfindet, die ihn einer Straftat beschuldigt, ist meist sehr ratlos. Wer weiß schon, was in der Akte der Staatsanwaltschaft steht oder wie die drohende Strafe aussieht? Oftmals geht es ja auch um die eigene Existenz. Oder ein Angehöriger wird plötzlich verhaftet und landet in Untersuchungshaft. Was ist hier zu tun?

Pflichtverteidigung auf Staatskosten

In beiden Fällen wird man zunächst darüber belehrt, dass unter bestimmten Umständen ein Pflichtverteidiger beigeordnet werden kann. Ein Pflichtverteidiger ist ein Rechtsanwalt, der einen Angeklagten vor Gericht und gegenüber der Staatsanwaltschaft vertritt, ohne dass man ihn selbst dafür bezahlen muss – denn er erhält sein Honorar vom Staat. Aber nicht jeder Angeklagte hat einen Anspruch auf einen Pflichtverteidiger. Hier kommt es auf die vorgeworfene Tat an und nicht darauf, ob man sich einen Anwalt leisten könnte oder nicht. Immer dann, wenn eine Freiheitsstrafe von einem Jahr droht, besteht auch das Recht auf einen Pflichtverteidiger. Dies ist aber keine starre Grenze. Auch wenn eine sonstige hohe Strafe zu erwarten ist, kann der Anspruch vorliegen. Ein gutes Beispiel ist der Entzug der Fahrerlaubnis bei einem Berufskraftfahrer, bei dem in dem Verfahren die Arbeitsstelle auf dem Spiel steht.

Pflichtverteidiger nach Wahl

Besteht also das Recht auf einen Pflichtverteidiger, so muss dieser innerhalb einer bestimmten Frist benannt werden, ansonsten wird das Gericht für den Angeklagten einen Pflichtverteidiger aussuchen. In einer solchen Situation sollte man seinen Verteidiger tunlichst selbst auswählen. Auch wenn man keinen Anwalt persönlich kennt, gilt es, nicht dem Haftrichter zu vertrauen und ihm die Anwaltswahl zu überlassen. Denn seine Verfahrensziele unterscheiden sich in der Regel erheblich von denen des Angeklagten. Jeder hat das Recht auf freie Auswahl, an welchen Rechtsanwalt man sich wendet, und die sollte ausgenutzt werden.

Deshalb mein Tipp: Informieren Sie sich bei Freunden und Bekannten über Anwälte in Ihrem Umkreis oder recherchieren Sie im Internet nach Anwälten, die sich auf das Strafrecht spezialisiert haben. In jedem Fall ist die Gefahr eines Fehlgriffs gering, wenn man sich für einen erfahrenen Strafverteidiger entscheidet, der seit vielen Jahren mit Strafverfahren befasst ist.

Rechtsanwalt Han gründete 2007 die Rechtsanwaltskanzlei Cengiz Han & Collegen in Duisburg-Hochfeld. Die Schwerpunkte der Kanzlei liegen im Strafrecht und im Ausländer- und Asylrecht, also dem Aufenthaltsrecht. Gerade in Straf-, Asyl- und Aufenthaltsverfahren stehen die meisten Menschen hilflos den Behörden gegenüber. Deshalb ist Rechtsanwalt Han rund um die Uhr erreichbar, berät in deutscher und türkischer Sprache und vertritt bundesweit. Mehr erfahren Sie hier.

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