Keine Politik, Gewerkschaften oder Verbände: Türkische Bürger vor allem an Religion interessiert

Türkische Bürgerinnen und Bürger sind generell nicht so sehr an Politik, Gewerkschaften oder Verbänden, sondern eher an religiösen Fragen interessiert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Türkischen Statistischen Instituts (TurkStat).

Politik und Co.: Die meisten türkischen Jugendlichen und Erwachsenen können sich nur spärlich dafür begeistern. (Foto: ian murchison/flickr)

Politik und Co.: Die meisten türkischen Jugendlichen und Erwachsenen können sich nur spärlich dafür begeistern. (Foto: ian murchison/flickr)

Laut den Erkenntnissen von TurkStat sind 65 Prozent aller jungen Leute zwischen 15 und 24 Jahren an religiösen Themen interessiert, wohingegen nur 15 Prozent unter ihnen der Politik den Vorzug geben.

Die Umfrage mit dem Titel „Die Interessen der türkischen Gesellschaft in 2010 und 2011“ zeige, so berichten derzeit die türkischen Medien, zudem auf, dass es bei Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren ganz genauso aussieht. Auch ihre Interessen liegen eher auf Religion, denn auf Politik. Hier liegt das Verhältnis 64 versus 18 Prozent (das Kölner Beschenidungsurteil erregte selbst in der Türkei großes Aufsehen – mehr hier).

Gewerkschaften und Aktivitäten von Verbänden sind der Umfrage zufolge die am wenigsten interessantesten Felder für junge Leute. Ganze 72 Prozent der Befragten geben an, dass sie dafür keinen Sinn hätten. Auf Rang zwei der unattraktivsten Bereiche landen für sie mit 46 Prozent Mode und Politik. Für Erwachsene am wenigsten interessant ist hingegen das Thema Fashion. Hier geben 70 Prozent an, kein Interesse zu haben. 7.9 Prozent können damit schon etwas anfangen.

Auch Umweltprobleme, so fördert die Umfrage zutage, scheint die türkische Bevölkerung nicht weiter zu interessieren (auch die Regierung hält nach wie vor an ihren Atomplänen fest – mehr hier). Nur 19 Prozent der Erwachsenen befassen sich mit Umweltthemen, während 28 Prozent der jugendlichen Umfrageteilnehmer durchaus ein Interesse zeigen. Gleichermaßen Interesse zeigen Jung und Alt, wenn es um Gesundheitsfragen gehe (die Debatte über eine Verschärfung des türkischen Abtreibungsrechts wurde breit und leidenschaftlich geführt – mehr hier).

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