Beschneidungs-Urteil: Europäische Juden und Muslime fordern Achtung der Religionsfreiheit

Juden und Muslime fühlen sich vom Beschneidungs-Urteil gleichermaßen in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt. Es bestehe „dringender Handlungsbedarf“. Sie appellieren an die deutschen Politiker, die Rechtslage aufzuklären.

Das Beschneidungs-Urteil in Deutschland sehen europäische Juden und Muslime als direkten „Angriff auf grundlegende Religions- und Menschenrechte“, wie sie in einem gemeinsamen Statement, das der DITIB-Dachverband veröffentlichte, erklärten. Vertreter religiöser Organisationen, Mediziner sowie Vertreter des Europäischen Parlaments trafen sich in Brüssel, um die Entscheidung zu diskutieren. Sie appellieren an das „deutsche Parlament und alle politischen Parteien“ gegen die Entscheidung des Kölner Landgerichts (hier) zu intervenieren. Es müsse unbedingt eine Klärung der Rechtslage stattfinden (auch Ärzte sind sich über die Risiken nicht einig – mehr hier und hier).

Prof. Ali Dere, Vorstandsvorsitzender von DITIB, erklärt: „Dieses Gespräch hat uns die internationale Betroffenheit und die weitreichenden Wirkungen in den Religionsgemeinschaften, die dieses Urteil ausgelöst hat, deutlich vor Augen geführt.“ Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Politik müsse nun aktiv werden, um „muslimisches und jüdisches Leben in Deutschland unter Achtung von wesentlichen Religions- und Elternrechten zu gewährleisten“, so Dere.

Doch das Justizministerium sieht keinen solchen Handlungsbedarf, wie Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger erklärte (hier). Sie empfiehlt den Betroffenen stattdessen vor das Verfassungsgericht zu gehen.

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