Türkei: Call-Center sollen Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen

In der Türkei eröffnen immer mehr Call Center. Bahadır Pekkan, Vorsitzender des Call Center Verbands (ÇMD), meint, der wachsende Sektor sei ein gutes Mittel gegen die Jugendarbeitslosikeit und leiste einen großen Beitrag zur türkischen Wirtschaft.

Es werde erwartet, dass durch Call Center im gesamten Land in den kommenden fünf Jahren gut 100.000 Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt würden (der stockende Wirtschaftsaufschwung sorgt wieder für mehr Arbeitslose – mehr hier). Die Regierung solle zu diesem Zweck neue Anreize schaffen, um beispielsweise Arbeitskosten zu senken. Denn diese seien ein Hindersnis für die Eröffnung neuer Call Center.

„Das von der türkischen Regierung für die Entwicklung bestimmter Provinzen und Industriebereiche geschaffene Anreizpaket ziehe Call Center nur in Betracht, wenn sich diese in der sechsten Zone befinden“, kritisiert Pekkan. Bei der Schaffung des Anreiz-Paketes hatte die Regierung die Türkei in verschiedene Zonen geteilt, um zu bewerten, wie sehr diese gefördert werden müssen. Er fordert, dass auch die vierte und fünfte Zone unterstützt werden solle. Pekkan habe nun angefragt, ob diese Regelung im Fall der Call Center geändert werden könne. Steuervergünstigungen seien eine Möglichkeit zur Entlastung der wachsenden Call Center-Industrie.

Türkei als Servicezentrum für Deutschland und Europa

In Istanbul, Izmir und Beodrum eröffnen zudem immer mehr deutschsprachige Call Center. Die Türkei könne ein Service-Zentrum für Deutschland und den Rest Europas werden, glaubt er. Doch damit dieser Wunsch erfüllt werden kann, muss es auch eine klarere Rechtslage geben. Denn erst im Mai hatte das BKA in Deutschland vor einer Gewinnspielabzocke gewarnt. Die Täter operierten von Call Centern in der Türkei aus, was die strafrechtliche Verfolgung erschwerte.

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