Treffen mit Erdoğan: Das hat Leyla Zana dem Premierminister gesagt

Die unabhängige pro-kurdische Abgeordnete von Diyarbakır, Leyla Zana, hat während einer Rede im Europäischen Parlament Details über das Treffen mitdem türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan enthüllt.

Leyla Zana und der türkische Premier sprachen etwa eineinhalb Stunden miteinander. (Foto: GUE/NGL/flickr)

Leyla Zana und der türkische Premier sprachen etwa eineinhalb Stunden miteinander. (Foto: GUE/NGL/flickr)

„Ich sagte dem geschätzten Premierminister das, was ich immer sage. Die Dinge, die ich hier sage oder vor Gericht standen auf der Tagesordnung. Ich will nicht in alle Details des Gespräches gehen, aber in einem Moment drehte er sich zu mir und sagte: ‘Sie malen ein sehr pessimistisches Bild.’

Darauf hin entgegnete ich: ‘Die Leute um sie herum sind optimistisch genug. Es ist meine Pflicht, ihnen all die negativen Dinge und die nackten Tatsachen aufzuzeigen, weil sie die primäre politische Autorität in diesem Land sind. Lasst die positiven Dinge eure Sache sein. Allerdings müssen alle zusammenarbeiten, um die negativen Bedingungen auszumerzen.’ Unser Treffen dauerte etwa eineinhalb Stunden. Er war so höflich. Ich erzählte ihm detailliert von den negativen Bedingungen in der Türkei und er hörte mir sehr aufmerksam zu“, gibt Zana Einblick in das Treffen.

Leyla Zana und Premier Erdogan beim Gespräch. (Foto:DTN)

Leyla Zana und Premier Erdogan beim Gespräch. (Foto:DTN)

PKK-Führer Öcalan sollte aktiv am Lösungsprozess teilhaben

„Ich hoffe und wünsche, dass sie aktiv werden wie sie es schon vor drei Jahren wurden. Denn im Moment schadet das Konzept, das der Sicherheit oberste Priorität gibt, der gesamten Gesellschaft. Nur Demokratie und Reformen in Bezug auf Recht und Freiheit können die Gewalt und den Terror stoppen“, so die Abgeordnete weiter.

Während ihrer Rede in einer Sitzung zum Thema „Rechte der Frau und Meinungsfreiheit in der Türkei“ wies Zana auch darauf hin, dass der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan aktiv am Lösungsprozess teilhaben sollte (der kurdische Autor Kemal Burkay ist der Ansicht, dass die PKK ein Projekt des türkischen Staates ist – mehr hier). „Die anhaltenden Debatten in der Türkei über Öcalans Beteiligung an diesem Prozess zeigen, dass die Bevölkerung bereit für eine Lösung ist. Die politische Macht sollte umgehend neue Schritte unternehmen.“

Leyla Zana und Recep Tayyip Erdoğan trafen am 30. Juni aufeinander (noch Anfang des Jahres riet dieser ihr ab in die Berge zu ziehen – mehr hier).

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