Auf Landmine getreten: Türkischer Hirtenjunge stirbt in Doğubeyazıt

In der türkischen Region Ağrı im Distrikt Doğubeyazıt ist es an diesem Donnerstag zu einem folgenschweren Unglück gekommen. Ein kleiner Hirtenjunge starb, ein weiterer wurde verletzt, weil einer von ihnen auf eine Landmine getreten war.

Der zehnjährige Adem Yiğit und der zwölfjährige Ertan Dilaver führten ihre Schafe in einen verbotenen Bereich, der zwischen zwei militärischen Verbindungen in Dogubeyazit liegt. Dabei explodierte eine Mine, als einer der Jungen darauf trat. Der kleine Ertan war sofort tot. Adem überlebte schwerverletzt. Sofort wurde Adem Yiğit ins staatliche Krankenhaus von Doğubeyazıt gebracht. Doğubeyazıts Oberstaatsanwalt als auch die örtliche Gendarmerie haben bereits die Ermittlungen aufgenommen.

Auch andernorts ereignete sich an diesem Donnerstag ein ähnlicher Zwischenfall. Drei türkische Soldaten wurden verwundet, als eine Mine explodierte während sie mit ihrem Militärfahrzeug im Distrikt Nurhak in der Provinz Kahramanmaraş unterwegs waren. Alle drei wurden zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus in der Nachbargemeinde Elbistan gebracht.

Minenfelder nicht ausreichend gekennzeichnet

Wie das Netzwerk Friedenskooperative informiert, werden in der Türkei seit den 50er Jahren Antipersonen-Minen eingesetzt (Ende letzten Jahres wurden Schmuggler aus Versehen Zielscheibe des türkischen Militärs – mehr hier). Zu Anfang an den südöstlichen Grenzen, aber vor allem auch an der Westgrenze zu Griechenland. Seit Mitte der 80er Jahre würden sowohl die Armee wie auch, in geringerem Umfang, die PKK Landminen fernab der Staatsgrenze einsetzen. „Auf Nachfrage schätzten türkische Militärs unlängst die Gesamtzahl der eingesetzten Landminen auf circa 1 Million. Etwas weniger als die Hälfte, laut Generalstab exakt 450.652 Minen, sind in einem streng markierten und eingezäunten Grenzstreifen zu Syrien vergraben.“ Die Landbewohner in den südöstlichen Provinzen wie Dogubeyazit, Van, Bingöl oder Mardin – einem der größten Minenfelder der Welt – würden auf Nachfragen immer wieder erklären, dass viele der verminten Berghänge, Hochweiden und Wälder weder markiert oder gar eingezäunt seien. „Hirten wüssten vielfach nicht, wo die Minen liegen, und so käme es regelmäßig zu Unfällen mit Todesfolge, da in den abgelegenen Gegenden auch keinerlei Gesundheitsversorgung existieren würde.“

Die Türkei muss die tödlichen Minenfelder an der türkisch-syrischen Grenze, die sich über eine Fläche von rund 180 Quadratkilometer erstrecken, bis zum Jahr 2014 räumen. In den vergangenen 50 Jahren sind sie bereits mehr als 10.000 Menschen zum Verhängnis geworden. 3000 von ihnen kamen in den Minenfeldern ums Leben, 7000 weitere wurden dabei schwer verletzt.

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