Iran umgeht Sanktionen: Gold-Importe aus der Türkei verachtfachen sich

Der Iran hat ein Mittel gefunden, wie die Finanz-Sanktionen umgangen werden können. In den vergangenen Monaten konnte beobachtet werden, wie das Land enorme Goldreserven anhäuft. Auf diese Weise kann der Iran weiterhin mit dem Ausland Geschäfte machen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres gingen knapp drei Viertel der türkischen Goldexporte an den Iran. Nach Angaben des türkischen Statistik-Instituts (TurkStat) hat die Türkei Gold im Wert von 4,02 Milliarden Dollar in den ersten fünf Monaten des Jahres exportiert. 3,08 Milliarden Dollar in Gold gingen dabei an den Iran. Damit haben sich die Gold-Exporte an den Iran im Vergleich zum Vorjahr nahezu verachtfacht. Dass es für diese Entwicklung einen Grund geben muss, liegt auf der Hand. Es wird davon ausgegangen, dass der Iran Goldreserven anhäuft, um die Sanktionen, durch die der Handelsverkehr maßgeblich eingeschränkt wird, zu umgehen.

Gökhan Aksu von der Istanbul Gold Refinery, eines der größten Gold-Unternehmen der Türkei, erklärte, der Iran habe großes Interesse daran, die eigenen Goldreserven aufzustocken. Bisher hat die Türkei aus dem Iran in erster Linie Öl importiert. Im Zuge der Sanktionen mussten die ÖL-Exporte plötzlich stark gedrosselt werden. Das ist jedoch schwer, da rund 40 Prozent des Öls bisher aus dem Iran bezogen wurde. Hinzu kommt, dass Finanzgeschäfte mit der iranischen Zentralbank bestraft werden (hier).

Der Iran biete nun, wie der Blog der Financial Times berichtet, Ländern an, mit Gold zu zahlen. Die Türkei hat den Öl-Import zwar auf ein Minimum reduziert, muss den restlichen Anteil allerdings auch auf irgendeine Weise bezahlen (Erdöl soll nun vor allem aus dem Irak kommen – mehr hier). Auch selbst nutze der Iran offenbar Gold als verlässliches Zahlungsmittel, mit dem die Sanktionen umgangen werden können und weiterhin Geschäfte mit dem Ausland gemacht werden können.

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