Massenflucht aus Syrien: Mittlerweile fast 40.000 Flüchtlinge in der Türkei

Wie das türkische Katastrophenschutzbehörde (AFAD) aktuell mitteilt, ist die Zahl der syrischen Flüchtlinge, die vor den immer schlimmer werdenden Auseinandersetzungen in ihrer Heimat geflohen sind, in der Türkei mittlerweile auf 38,914 angewachsen.

In einer an diesem Freitag veröffentlichten Erklärung teilt das AFAD mit, dass die syrischen Flüchtlinge derzeit in den Städten Altınozu, Yayladağı, Reyhanlı, Apaydın und Karbeyaz in der südtürkischen Provinz Hatay sowie Şanlıurfa, Gaziantep und Kilis untergebracht wären (Anfang Juni kam es zu einem erneuten Massenansturm – mehr hier).

Insgesamt flohen bereits 63,655 Menschen in die Türkei

Diejenigen, die in der Türkei vor den Gräueltaten durch das Regime Bashar al-Assads Schutz suchen, würden, so heißt es weiter, von den türkischen Behörden mit Unterkunft, Nahrung, Gesundheit, Sicherheit, sozialen Aktivitäten, Bildung sowie religiösen Übersetzungs-und Kommunikationsdiensten versorgt (erst vor wenigen Tagen setzten sich eine ganze Reihe hochrangiger syrischer Militärs in die Türkei ab – mehr hier). Am vergangenen Donnerstag, dem 12. Juli 2012, sowie an diesem Freitag, dem 13. Juli, seien erneut 1,152 Syrer in die Türkei geflüchtet. 292 hätten in den vergangenen zwei Tagen das Land freiwillig wieder verlassen.

Seit dem Ausbruch der Unruhen im März vergangenen Jahres bis zu diesem 13. Juli sind laut AFAD-Angaben insgesamt 63,655 syrische Flüchtlinge ins Land geströmt. 24,751 seien mittlerweile wieder zurückgekehrt. In Hatay halten sich aktuell 9,588 syrische Flüchtlinge auf. 6,099 leben in der Provinz Gaziantep. 11,420 befinden sich in Kilis und 11,545 in Şanlıurfa. Darüber hinaus befinden sich derzeit 262 Syrer mit insgesamt 26 Begleitpersonen in türkischen Krankenhäusern. 4,511 syrische Kinder und Jugendliche, die vor den Unruhen aus ihrer Heimat geflohen sind, erhalten derzeit Vorschul-, Primar-und Sekundarstufen-Unterricht in der Türkei. Jeder Flüchtling erhält zudem drei Mahlzeiten pro Tag.

Bis zu 250 Tote bei Massaker in Tremseh

In Tremseh hat sich unterdessen nur wenige Wochen nach den Gräueltaten von Hula das bisher schlimmste Massaker seit Ausbruch der Unruhen in Syrien ereignet. Aktivsten haben von mehr als 150 Toten in der und um die Ortschaft Tremse in der Provinz Hama berichtet. Andere Medien melden sogar weit mehr als 200 Todesopfer nach einem massiven Bombardement. Zunächst sei der Ort am vergangenen Donnerstagmorgen von Regierungstruppen umstellt worden. Dann habe man das Feuer mit Granaten und Artillerie eröffnet. Später soll dann die regierungstreue Miliz Schabiha eingefallen sein und dort wahllos getötet haben – auch Frauen und Kinder.

Mehr zum Thema:

Syrien: Die Türkei stößt an die Grenzen ihrer Macht
Assad: Die Türkei unterstützt Terroristen!
Feuer an der türkisch-syrischen Grenze: Wer steckt dahinter?

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.