Umfrage: Terroranschläge von New York sind das denkwürdigste TV Ereignis der letzten 50 Jahre

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 sind für die US-Fernsehzuschauer der mit Abstand unvergesslichste TV-Moment der vergangenen 50 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Nielsen Media Research in Zusammenarbeit mit Sony Electronics.

Einzig die Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1963 und dessen Folgen kämen den Ergebnissen der Umfrage zufolge, annähernd an die Ereignisse vor gut elf Jahren heran. Doch auch das gelte nur für die TV-Zuschauer ab 55 Jahren aufwärts, die diese Tat direkt miterlebt und nicht später als historisches Ereignis wahrgenommen hätten.

Sony Electronics und die Nielsen Marktforschung arbeiteten bei dieser Erhebung zusammen. Dabei wurde das Ranking allerdings nicht nur erstellt, indem man die TV-Konsumenten danach fragte, ob sie sich daran erinnern könnten. Es ging auch darum, ob sie sich entsinnen könnten, wo sie das betreffende Ereignis mitverfolgt hätten, wer dabei gewesen wäre und ob sie mit anderen Menschen darüber gesprochen hätten, was sie da gesehen hätten.

Bewegend für alle: 9/11, Katrina und O.J. Simpson

Aus diesem Fragenkomplex ergab sich für die Tragödie vom 11. September ein fast doppelt so hoher Einfluss als für den zweitplatzierten Moment, den Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Nur Minuten, nachdem das erste Flugzeug in einen der Twin Tower rast, begannen die Fernsehanstalten die furchtbaren Ereignisse aufzugreifen. Von da an blieben die Redakteure unermüdlich bei der Stange – tagelang.

Neben 9/11 und Katrina gab es jedoch noch weitere, bewegende Momente, die dem US-Publikum im Gedächtnis haften geblieben sind. Unbedingt dazu gehört für die US-Zuschauer der Urteilsspruch im Mordprozess von O.J. Simpson im Jahr 1995, die Explosion des Challenger Space Shuttles im Jahr 1986 sowie der Tod von Osama Bin Laden im vergangenen Jahr (Spezialkräfte der US-Armee stürmten sein Versteck in Pakistan – mehr hier).

Männer und Frauen gewichten Ereignisse unterschiedlich

Die Untersuchenden unterschieden in ihrer Befragung auch zwischen Männern und Frauen. Während sich die Damen und Herren hinsichtlich 9/11, Katrina und O.J. Simpson einig sind, ergeben sich darüber hinaus jedoch deutliche Unterschiede. So landet bei den Frauen das Begräbnis von Prinzessin Diana im Jahr 1997 auf Platz vier des Rankings. Die Männer hingegen platzieren die Ereignisse im fernen London auf Rang 23. Für Frauen ist auch der Tod von Whitney Houston entscheidend. Er kommt bei ihnen auf Position fünf (einige Medien schlachteten das Ereignis über die Grenzen des guten Geschmacks hinweg aus – mehr hier). Für Männer kommt das erst an 21. Stelle. Ganz ähnlich steht es auch um andere, bewegende Momente in der Weltgeschichte. Wie etwa die Bombardierung Bagdads 2003 zu Beginn des Irak-Krieges: Männer positionieren dieses Ereignis auf Platz 14, Frauen hingegen erst auf Rang 37.

Auch das Alter der Befragten spielte bei der Gewichtung eine Rolle. So war die Ermordung JFKs 1963 vor allem für Menschen über 55 Jahren ein bewegender Moment. Sie setzten ihn sogar auf Platz zwei. Diejenigen zwischen 18 und 34 haben jedoch einen anderen Blick. Für sie war der Tod von Osama Bin Laden entscheidender. Für sie war auch Obamas berühmte Wahl-Rede des Jahres 2008 denkwürdiger als für ältere Generationen. Das am weitesten zurückliegende Ereignis für junge Leute war demnach die Ermordung von John Lennon 1980.

Die Studie wurde im Rahmen eines Online-Fragebogens als wissenschaftliche Stichprobe unter 1,077 Erwachsenen vom 15. bis 17. Februar dieses Jahres durchgeführt.

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