Unglück in Istanbul: Metrobus Brücke in Avcılar eingestürzt

Am vergangenen Sonntagmorgen ist im Istanbuler Stadtteil Avcılar ein Abschnitt einer Brücke auf der D-100 Autobahn eingestürzt, der formals eine Metrobuslinie mit einer alten Station verband. Dabei kam ein Straßenarbeiter ums Leben.

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags waren zahlreiche Arbeiter damit beschäftigt einzelne Abschnitte der Brücke zu demontieren. Die Arbeiten waren notwendig, da die Station insgesamt erneuert und erweitert werden sollte. Bei dem Unglück starb ein Arbeiter, zwei weitere wurden verletzt.

Umgehend wurde der Metrobus-Betrieb eingestellt und die Autobahn für den Verkehr gesperrt, da die Schuttberge kein Weiterkommen für Fahrzeuge zuließen. „Viele Menschen hatten keine andere Wahl als ihren Nachhauseweg zu Fuß anzutreten“, heißt es hierzu in den türkischen Nachrichten. Andere hätten jedoch versucht andere Metrobus-Stationen zu blockieren, um so wenigstens einen anderen Bus zu erreichen. Nicht wenige Passanten gerieten über die chaotische Situation mit Beamten in Streit.

Türkei: Höchste Rate an Arbeitsunfällen in Europa

Im Fokus des Medieninteresses stehen im Augenblick die Arbeitsbedingungen vor Ort. Der Tod des Arbeiters, offenbar die Spitze sich häufender Todesfälle auf Grund von schlechten Bedingungen und einem Mangel an ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen in letzter Zeit, hat eine neue Diskussion über Sicherheit am Arbeitsplatz entfacht. Nach Angaben des Istanbuler Rates für Arbeits-und Gesundheitsschutz wurden im ersten Halbjahr 2012 ganze 366 Menschen bei Arbeitsunfällen getötet, was einem Anstieg der Todesfälle auf Grund von Vorkommnissen am Arbeitsplatz entspräche. Insgesamt weise die Türkei die höchste Rate an Todesfällen durch vermeidbare Unfälle in Europa auf. Tendenz steigend.

Derweil versucht Erdoğan die Verkehrssituation an anderer Stelle wieder etwas zu entspannen (für Chaos sorgte auch der jüngste James Bond Dreh – mehr hier). Bereits am Samstag kündigte er an, dass die Überquerung der Faith Sultan Mehmet Brücke während der laufenden Renovierungen gebührenfrei sein werde. Die Lage verschärfte sich, nachdem im Laufe der drei Monate andauernden Arbeiten weitere Spuren dicht gemacht wurden. Istanbuler Autofahrer stecken stundenlang im Verkehr fest. Konzepte, wie diese erwartbare Situation verbessert werden könnte, gab es im Vorfeld nicht (Bürgermeister Kadir Topbaş weilte dennoch nicht in der Stadt, um sich damit zu befassen – mehr hier).

http://www.youtube.com/watch?v=opwShSQnBmw

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