Deutschland soll keine „Komiker-Nation“ sein: CDU will Resolution zu Beschneidungen

Die CDU will endlich Klarheit nach dem Urteil des Kölner Landgerichts, das religiös motivierte Beschneidungen als Körperverletzung wertete, schaffen. Jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland müsse weiterhin möglich sein. Sollte sich Deutschland als einziges Land dagegen stellen, mache sich das Land zu einer „Komiker-Nation“, so Kanzlerin Merkel.

Angea Merkel ist der Ansicht, Deutschland mache sich mit einem Beschneidungs-Verbot zur "Komiker-Nation". (Foto:flickr/World Economic Forum)

Angea Merkel ist der Ansicht, Deutschland mache sich mit einem Beschneidungs-Verbot zur "Komiker-Nation". (Foto:flickr/World Economic Forum)

Die CDU setzt sich entschieden dafür ein, dass religiös motivierte Beschneidungen in Deutschland weiterhin möglich sein sollen. „Für die Union ist klar, wir wollen jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland und respektieren jahrhundertealte Traditionen“, erklärte Generalsekretär Hermann Gröhe am Montag. Angela Merkel erklärte nach Informationen der Financial Times Deutschland, „wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation“, sollte Deutschland das einzige Land sein, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben dürften. Inwiefern und ob sie überhaupt auch Muslime dabei erwähnte, ist nicht bekannt.

Familienministerin Schröder betonte dagegen die Notwendigkeit der Freiheit beider Religionen: „Jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland darf nicht unmöglich gemacht werden“.

CDU-Fraktionschef Volker Kauder fordert nun eine Resolution zu Beschneidungen in Deutschland, um endgültig Rechtsklarheit zu schaffen (schon in der vergangenen Woche hatte sich Regierungssprecher Seibert ähnlich ausgesprochen – mehr hier). Auch Guido Wetserwelle muss vor allem außenpolitische Kritik einstecken. Er befürchtet, dass das Ansehen Deutschlands international großen Schaden erleiden könnte.

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