Unterschlupf für 10.000 Syrer: Türkei baut neues Flüchtlingscamp

Die Türkei hat im Zuge immer neuer Flüchtlingsströme aus Syrien den Bau eines neuen Flüchtlingslagers angekündigt. Das Camp soll Platz für bis zu 10.000 Menschen bieten.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anatolia derzeit berichtet, haben am späten Montagabend erneut 525 syrische Flüchtlinge die Grenze in Richtung Türkei passiert. Andere Quellen sprechen gar von 1,280 Flüchtlingen. Unter ihnen befanden sich abermals hochrangige syrische Militärs, ein General und vier Oberst. Darauf hin reagierte auch das türkische Krisenzentrum der Regierung und kündigte an, dass in Karkamis, in der Provinz Gaziantep, die an Syrien grenzt, entstehen soll. Die Kapazität des Camps solle 10.000 Menschen betragen (Assad beschuldigt derweil die Türkei Terroristen zu unterstützen – mehr hier).

Die Zahl der syrischen Generäle, die mittlerweile in der Türkei Unterschlupf gefunden haben, beträgt nach den jüngsten Grenzübertritten ganze 18. Darunter auch ein General im Ruhestand. Darüber hinaus ist mittlerweile eine nicht näher gefasste Zahl von Offizieren mit ihren Familien übergelaufen, insgesamt 68 Menschen, darunter auch Familienmitglieder. Insgesamt passierten in der vergangenen Nacht 1,280 Menschen die Grenze in der südtürkischen Provinz Hatay. Offiziellen Angaben zufolge hat die Türkei nun insgesamt 42,680 syrischen Flüchtlingen Herberge gewährt.

Flüchtlingsaufstand wegen zu wenig Wasser

Dass das Zusammenleben unter solch extremen Bedingungen nicht immer einfach ist, beweist ein Zwischenfall in einem Flüchtlingslager in der südöstlichen Provinz Kilis. Vier türkische Polizeioffiziere und zehn syrische Flüchtlinge wurden verletzt, nachdem ein Aufstand losgebrochen war (vor einigen Tagen wurden syrische Truppen in einem Auto zweier vermisster Türken gesichtet – mehr hier).

Gut 500 Flüchtlinge in einem Camp nahe dem Grenzposten Öncüpınar protestierten, da sie ihrer Meinung nach nicht genügend Wasser zur Verfügung gestellt bekamen. Die Gruppe schleuderten Steine ​​auf Polizisten und setze Müllcontainer in Brand, nachdem die Polizei verlangte, dass sie den Protest beenden sollten. Darauf hin wurde Verstärkung von der Polizei in Kilis und von der hiesigen Gendarmerie angefordert, die dann Tränengas einsetzten. Diejenigen Demonstranten, die das Gas abbekamen, wurden später ins Krankenhaus gebracht. Die in Brand gesetzten Müllcontainer konnten von der Feuerwehr gelöscht werden. Die Polizei hat die Kontrolle im Lager übernommen.

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