Anonymous mischt sich ein: Hacker-Gruppe legt ÖSYM Seite lahm

Die internationale Cyber-Aktivisten-Gruppe Anonymous hat die Webseite von ÖSYM, dem türkischen Zentrum für die Auswahl und Einstufung von Studenten, lahmgelegt. Der Attacke zuvor gingen Betrugs- und Korruptionsgerüchte beim Auswahltest für Staatspersonal (KPSS).

Betrugsvorwürfe rund um das KPSS sind nicht neu. Auch diesmal tauchten sie auf, noch bevor das Auswahlverfahren abgeschlossen war. Immer wieder wurden die Anschuldigungen von den Behörden jedoch als „haltlos“ bezeichnet. Doch seit den Betrugsvorwürfen im Jahr 2010, bei denen angehende Lehrer gleich zu Tausenden versucht haben sollen, eine Prüfung mit Pfusch zu bestehen – ein Umstand, der sogar bis in die deutschen Medien gelangte – wurde das Verfahren zumindest für angehende Lehrer eingestellt.

Von der jüngsten Anonymous-Attacke auf türkischem Gebiet ist jedoch nicht nur die Seite der ÖSYM betroffen. Die Gruppe hatte es auch auf die persönliche Internetseite des Bürgermeisters von Ankara, Melih Gökçek, abgesehen. Eine Aktion, die von der türkischen Hacker-Gruppe RedHack auf Twitter honoriert wurde. „Wir danken allen unseren Anonymous Brüdern für ihre Unterstützung der Operation # OpSupportRedHack“, twitterte die Gruppe. „Melih Gökçek hatte geschworen uns zu kriegen. Das hat er nicht geschafft. Es sieht so aus, als ob wir seine Webseite zuerst gekriegt hätten.“

RedHack hat in der Türkei bereits mehrere Cyper-Protest-Aktionen gestartet, wovon bisher zahlreiche staatliche als auch private Internetseiten betroffen waren. Erst vor kurzem forderte ein Staatsanwalt RedHack künftig als „terroristische Organisation“ zu betrachten (so könne sich der Kurs der Untersuchungen ändern – mehr hier). Zuvor hatte die Gruppe am 3. Juli die Seite des türkischen Außenministeriums lahm gelegt. Dabei hatte RedHack zum „Gedenken an den 19. Jahrestag der Massaker in Sivas“ und wegen der „Einmischung der türkische Regierung in Syrien“ die Identitäten aller ausländischen diplomatischen Mitarbeiter offengelegt (zuvor griff die Gruppierung Seiten von türkischen Milch-Erzeugern an – mehr hier). Türkische Behörden schlossen darauf hin den Twitter-Account der Gruppe mit mehr als 40.000 Followern.

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