Kriminalität im Ramadan: Istanbul ungefährlicher als sonst

Während des heiligen Fastenmonats Ramadan scheinen auch die Kriminellen eine kleine Pause einzulegen. So zumindest der Eindruck, wenn man die Statistiken der Istanbuler Polizei betrachtet. Das nächtliche Treiben in den Straßen kann in vollen Zügen genossen werden.

Ramadan in Istanbul: Hier pulsiert das Nachtleben. (Foto: busybox/flickr)

Ramadan in Istanbul: Hier pulsiert das Nachtleben. (Foto: busybox/flickr)

Ausgedehnte Abendspaziergänge, hier und da ein kleiner Halt, um die zahlreichen Köstlichkeiten von Straßenhändlern zu probieren. Ramadan in Istanbul ist ein wahrhaft schillerndes Erlebnis. Die Straßen der ohnehin lebendigen Stadt pulsieren. Die Fastenden zieht es nach draußen, um sich gemeinsam an allerhand Leckereien zu laben und sich ins aufregende Nachtleben zu stürzen (derzeit breitet sich offenbar die japanische Mafia in Istanbul aus – mehr hier).

Zahl der Mordfälle sank um 36 Prozent

Umso erfreulicher, dass auch die Kriminalstatistik während des Ramadans einen positiven Knick erfährt. Die Zahlen der Istanbuler Polizei aus dem Sommer 2011 verdeutlichen: Unbeschwertes Flanieren ist zu dieser Zeit in Istanbul ungefährlicher als sonst. Die Polizei verglich hierzu die Zahlen zwischen dem 15. und 31. Juli 2011 mit den ersten zwei Wochen des Fastenmonats, der im vergangenen Jahr am 1. August begann. Und hier einige Fakten: So ging im Vergleichszeitraum die Zahl der Mordfälle um ganze 36 Prozent zurück. Auch die Zahl der Übergriffe sank um 21 Prozent. Außerdem hatten es die Beamten mit 34 Prozent weniger räuberischen Erpressungen zu tun. Daneben ging die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Büros ebenfalls um 15 bzw. 16 Prozent zurück. Ebenfalls erfreulich: Es gab zwölf Prozent weniger Diebstähle von Geldbörsen.

Insgesamt, so heißt es, hätte die Krimininalitätsrate um 19 Prozent abgenommen. Ein ähnliches Phänomen habe man übrigens auch 2010 beobachten können. Auch damals ging die Zahl der Mordfälle um 18 Prozent zurück und Autodiebstähle sanken um immerhin acht Prozent. Insgesamt sei ein Rückgang der Fälle bereits in den vergangenen zehn Jahren zu beobachten gewesen.

Ramadan: Mentalität der Toleranz und Hilfsbereitschaft

Für diese Entwicklung verantwortlich machte die Polizei im Jahr 2011 den sinkenden Alkoholkonsum während des Ramadans. Mit dem Fasten einhergehen würde auch eine größere Mentalität der Toleranz und Hilfsbereitschaft, die solche Vorfälle zu verhindern helfe (diese Schutzmaßnahmen können Touristen treffen – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Ramadan: US-Soldaten sollen sich „respektvoll und kundig“ verhalten
Waffenruhe im Ramadan: Intellektuelle und Politiker appellieren an PKK
Ramadan Dilemma: Muslimische Athleten haben bei Olympischen Spielen das Nachsehen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.