EU-Minister Egemen Bağış: Türkische Wirtschaft soll umweltfreundlich werden

Für die türkische Wirtschaft wird auch in absehbarer Zeit weiteres Wachstum erwartet. Deshalb hat die türkische Regierung nun, in Einklang mit der „Europa 2020“ -Strategie, die die Europäische Union in ein grünere, intelligentere, nachhaltigere und integrativere Wirtschaft verwandeln soll, eine umweltfreundliche wirtschaftliche Entwicklung zur neuen Priorität erhoben. Das gab EU-Minister Egemen Bağış am vergangenen Mittwoch bekannt.

Im Zuge seiner Rede während der „European Business Awards for the Environment 2012“ im Istanbuler Grand Hyatt Hotel stellte EU-Minister und Chefunterhändler Egemen Bağış heraus, dass keine Kosten gescheut würden und die Türkei alle notwendigen Schritte unternehme, um ihre Wirtschaft in eine nachhaltige und umweltfreundlichen Ökonomie zu verwandeln (nach Ansicht von Bülent Eczacıbaşı, Vorstandsvorsitzender der Eczacıbaşı Holding A.Ş., braucht die Türkei ein neues Wachstumsmodell – mehr hier).

Türkei schöpft aus europäischem Fonds für Umweltprojekte

Als er noch ein Kind war, so Bağış weiter, sei die Türkei noch kein besonders umweltfreundliches Land gewesen. Seitdem habe die Türkei erhebliche Fortschritte gemacht, um ein lebenswertes Land mit besonderem Augenmerk auf Umweltfragen zu werden. „Die Türkei hat sich zum Ziel gesetzt bis 2023 die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt zu werden. Verwirklicht werden sollen diese Ambitionen im Einklang mit einer lebenswerten Umwelt mit großen Städten.“ Im Rahmen der Förderung von Investitionen in Umweltprojekte hat die Türkei etwa seit 2007 rund 4,9 Milliarden Euro der knapp zehn Milliarden Euro des europäischen Fonds für Umweltprojekte der EU-Kandidaten erhalten (Greenpeace International Chef Kumi Naidoo mahnte im vergangenen März, Türkei sollte mehr auf Solar- und Windenergie setzen – mehr hier).

Intelligentes Wachstum, nachhaltiges Wachstum und integratives Wachstum seien drei wesentliche Dimensionen der Europa-2020-Wachstumsstrategie, stellte auch Jean-Maurice Ripert, Vorsitzender der Türkei-Delegation der Europäischen Union, während der Veranstaltung die Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung und einer umweltfreundlichen Wirtschaft heraus. Einwände, dass die Modernisierung der Wirtschaft im Einklang mit Umweltbelangen kostspielig sein könnte, ließ er ebenfalls nicht gelten.

Wirtschaftspreis würdig vorbildliche Unternehmen

Die „European Business Awards for the Environment“ werden in einem zweijährigen Turnus verliehen. Ins Leben gerufen wurde der Wirtschaftspreis 1990 von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union. Ziel ist seitdem die Würdigung von Unternehmen, die vorbildliche Maßnahmen ergriffen haben, um die negativen Auswirkungen ihrer Aktivitäten, Produkte und Leistungen auf die Umwelt zu reduzieren. Ausgezeichnet werden insgesamt vier Kategorien: der „Management-Preis für Nachhaltige Entwicklung“, der „Produkt-Preis für Nachhaltige Entwicklung“, der „Preis für internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung“ und schließlich der „Preis für Verfahren der Nachhaltigen Entwicklung“.

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