Syrisch-türkischer Grenzübergang: Rebellen übernehmen Kontrolle in Bab al-Hawa

Im Zuge der immer stärker werdenden Unruhen in Syrien haben Rebellen am vergangenen Donnerstag einen syrisch-türkischen Grenzübergang in ihre Gewalt gebracht. Sie übernahmen die Kontrolle über die Gebäude der Zoll-und Einwanderungsbehörden auf syrischer Seite.

Wie türkische Medien mit Bezug auf Rebelleninformationen berichten, hätten die Oppositionellen in der vergangenen Nacht Bab al-Hawa überrannt. Bereits in den vergangenen zehn Tagen seien nach Auseinandersetzungen mit regimetreuen Assad-Soldaten immer wieder derartige Versuche gestartet worden. Nun ist die Übernahme offenbar gelungen.

Bab al-Hawa gilt als wichtiger Grenzübergang für den Handel. Nach seiner Einnahme durch die Rebellen sei es dort erneut zu heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen gekommen (Präsident Gül forderte nach dem Bombenattentat am vergangenen Mittwoch einen sofortigen Regimewechsel – mehr hier).

Neben Bab al-Hawa sollen Assads Gegner noch zwei weitere Grenzposten eingenommen haben. So hätten die Rebellen daneben auch den syrisch-irakischen Grenzübergang bei Al-Bukamal in der Provinz Deir as-Saur sowie den Grenzübergang nahe der irakischen Ortschaft Kaim gestürmt und die syrischen Soldaten verjagt.

Donnerstag bisher blutigster Tag in Syrien seit März 2011

Wie brisant die Lage rund um Bab al-Hawa in den letzten Tagen war, zeigen auch frühere Berichte von syrischen Zöllnern, die dort ihren Dienst verrichteten. Auf Grund des anhaltenden Chaos und der mangelnden Sicherheit auf syrischer Seite bevorzugten auch sie den Weg durch die Türkei, um unversehrt an ihren Arbeitsplatz zu gelangen (Wegen der anhaltenden Unruhen ist der Warenverkehr jedoch so gut wie zum Erliegen gekommen – mehr hier).

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten hat sich am vergangenen Donnerstag der bisher blutigste Tag seit Beginn der 16-monatigen Unruhen zugetragen, bei dem über 300 Menschen ihr Leben verloren. Die immer heftiger werdenden Kämpfe forderten 139 Zivilisten, 98 Soldaten und 65 Rebellen.

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