PKK: Keine Waffenruhe während des Ramadans!

Die Terrororganisation PKK hat sämtliche Appelle einer Waffenruhe zum Fastenmonat Ramadan in den Wind geschlagen. Ihrer Meinung nach sei nun die türkische Regierung allen voran Premier Recep Tayyip Erdoğan am Zug.

Rund 50 Intellektuelle, Politiker und Wissenschaftler hatten die PKK zu Beginn der vergangenen Woche dazu aufgerufen, während des Ramadans, der am Freitag begann, eine Waffenruhe einzuhalten. Vertreter mehrerer Parteien, Regierungsorganisationen sowie Universitätsprofessoren beteiligen sich an der Kampagne, die von der Bewegung der Moderaten Demokraten ins Leben gerufen wurde. Darunter unter anderem der Autor Orhan Miroğlu, Professor Sevtap Yokuş, der BDP-Abgeordnete Altan Tan, Professor Mehmet Altan, der AKP-Abgeordnete von Diyarbakır, Galip Ensarioğlu, das ehemalige Geheimdienstmitglied Cevat Öneş, der HAK-PAR-Abgeordnete Bayram Bozyel und Professor Mithat Sancar (das Treffen zwischen Erdogan und der unabhängigen Abgeordneten Leyla Zana wird als großer Schritt in betrachtet – mehr hier).

Am vergangenen Donnerstag, dem Vorabend des Fastenmonats machte nun Murat Karayılan, de facto der derzeitige Führer der PKK und Vorsitzender des Exekutivrats der Koma Civakên Kurdistan, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Fırat die Position der PKK deutlich. Er erklärte, dass die regierende AKP keinen Raum für eine solche Waffenruhe lasse. An die Unterstützter der Kampagne gewandt, sagte Karayılan: „Wenn Sie ein Ende des Krieges wollen, gehen Sie zu [Ministerpräsident Recep Tayyip] Erdoğan. Es liegt in seiner Hand. Der Knopf des Krieges ist in seiner Reichweite und er drückt diesen Knopf jeden Tag. Wenn so viel Druck auf uns ausgeübt wird, ist es für unsere Führung und unsere Leute unmöglich, solche Aufrufe ernst zu nehmen.“

Sarıtemur appelliert noch einmal an Karayılan

Turan Sarıtemur, Sprecher der Bewegung der Moderaten Demokraten, appellierte am Freitag in der Zeitung Taraf nun noch einmal in Richtung Karayılan, dringend seine Entscheidung zu überdenken. Es sei nicht richtig, dass die derzeitigen Umstände keine Waffenruhe zuließen. „Lasst die Waffen ruhen“, fordert die Bewegung in ihrem Statement und erinnerte an die Zeit der Besinnung im Ramadan (die kurdische Regierung des Nordirak versucht ebenfalls dem Terrorismus ein Ende zu bereiten – mehr hier). „Ich denke, 99 Prozent der Bevölkerung werden unseren Aufruf unterstützen. Bis heute haben diejenigen mit Waffen mehr Gehör erhalten, weil sie die Macht der Waffen genutzt haben. Wir glauben an die Macht der Worte“, so Turan Sarıtemur.

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