Arbeitsethos: Türkische Ingenieure engagieren sich wie Chinesen

Türkische Kollegen arbeiten genauso hart wie ihre chinesischen Kollegen, lobt der Regionalleiter von Huawei, eines der größten Telekommunikations-Unternehmen in der Region. Der Konzern plant, jährlich 20 Millionen Dollar in die Forschung und Entwicklung in der Türkei zu investieren.

Bereits in den vergangenen drei Jahren habe Huawei, so Sun Ming, Geschäftsführer von Huawei Kaukasus und Zentralasien, während einer Pressekonferenz am 18. Juli auf der ein neues Smartphone für den türkischen Markt vorgestellt wurde, rund 50 Millionen Dollar in sein Software R&D-Zentrum in der Türkei gesteckt (Polen und die Türkei sind die „Tiger Europas“ und ziehen an den anderen Ländern vorbei, so die Einschätzung der Analysten – mehr hier).

Chinesische Ingenieure schlafen zeitweise sogar im Büro

Und die Zusammenarbeit klappt offenbar gut: „Türkische Ingenieure sind wie das chinesische Volk“, lobte Sun. Schwierigkeiten bei der Personalfindung habe es nicht gegeben. Das Unternehmen wäre auf gut ausgebildete Fachkräfte gestoßen, die nun in ihrer Niederlassung in Istanbul tätig wären. Dort seien derzeit etwa 770 Menschen beschäftigt und damit Teil des zweitgrößten Huawei R&D-Zentrums außerhalb Chinas. Wie Sun weiter ausführt, seien gut 85 Prozent der Mitarbeiter Türken. Insgesamt seien 350 Ingenieure an Bord (in Sachen Technologie will die Türkei ihren Vorsprung gegenüberder EU weiter ausbauen – mehr hier).

Huawei engagiert sich bereits seit zehn Jahren auf dem türkischen Markt. Es bietet Netzwerk-Lösungen für Turkcell, Vodafone und Avea, die drei Mobilfunkbetreiber des Landes, sowie den alleinigen Festnetzbetreiber Türk Telekom an. Gerade in Sachen Netzwerk hätte man hier, so Sun weiter, ein großes Leistungsvermögen. Im Bereich der Telekommunikation sei die Türkei eine der führenden Nationen – insbesondere bei den 3G-Technologien. „Wir sind nicht nur hier, um unserer Lösungen in der Türkei zu verkaufen, sondern auch, um unsere globalen Kapazitäten hier zu teilen.“

Kreditvergabe: China Development Bank fordert von Turkcell keine Sicherheiten

Das Lob von Huawei kann auch Turkcell zurückgeben: „Diese Leute sind verrückt“, fasst Hulusi Acar, Vice General Manager bei Turkcell, die hervorragende türkisch-chinesische Kooperation zusammen. „Sie haben Betten hinter ihren Computern und schlafen dort.“ Der Goodwill zwischen beiden Ländern fand vor einigen Monaten übrigens auch auf einer ganz anderen Ebene statt. So forderte die China Development Bank für die Kreditvergabe an das türkische Unternehmen Turkcell keinerlei Sicherheiten. Während sich andere europäische Länder derzeit in einer Schuldenkrise befinden, setze das Unternehmen großes Vertrauen in die Türkei, so Turkcell und unterzeichnete Ende Dezember vergangenen Jahres einen 250 Millionen Dollar Kreditvertrag. Mit dem Kredit, so hieß es damals, wolle Turkcell wiederum in Produkte und Dienste des chinesischen Telekommunikations-Unternehmens Huawei Technologies investieren. Murat Doğan Erden, Leiter der Finanz- und Risikoabteilung von Turkcell, erklärte: „Der bedingungslose Kredit aus dem Fernen Osten ist ein Indikator für das Vertrauen in die Türkei und Turkcell.“

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