URAP Top 500: Gleich zehn türkische Universitäten sind dabei

Wie ein aktueller Bericht von URAP, dem so genannten University Ranking by Academic Performance Research Laboratory, zeigt, befinden sich unter den Top 500 der weltweit besten Universitäten auch zehn türkische Institute. Das Ende der Fahnenstange scheint hier jedoch noch nicht erreicht. Immer mehr junge Menschen strömen an die Hochschulen und diese sollen weiter ausgebaut werden.

Einreihen in die herausragendsten Universitäten der Welt dürfen sich laut URAP die Universität von Istanbul, die Universität von Ankara, die Technische Universität des Nahen Ostens, die Universitäten von Hacettepe, Gazi, Ege, Bilkent, die Technische Uni von Istanbul, die Boğaziçi sowie schließlich die Sabancı Universität (Industrieminister Nihat Ergün will türkische Wissenschaftler im Ausland zurück in die Heimat holen – mehr hier).

Das University Ranking by Academic Performance (URAP) Research Laboratory wurde im Jahr 2009 an der METU, der Technischen Universität des Nahen Ostens eingeführt. Das Hauptziel des Uni-Rankings ist es, ein weltweites Ranking-System für Universitäten zu entwickeln, das auf akademischen Leistungen beruht und auf Grund von Qualität und Quantität der wissenschaftlichen Publikationen erhoben wird. Im Einklang mit diesem Ziel führt die URAP das so genannte „World Ranking von 2000 Hochschulen“ seit dem Jahr 2010 jährlich durch. Die Orta Doğu Teknik Üniversitesi in Ankara gehört derzeit zu den renommiertesten und größten Universitäten in der gesamten Türkei. Die Studiensprache auf dem Campus der 1956 gegründeten Einrichtung ist Englisch. Die Kernkompetenzen liegen auf den Natur- und Sozialwissenschaften. Derzeit sind gut 23.000 Studentinnen und Studenten eingeschrieben.

Türkei: Erstsemesterzahl in drei Jahren fast verdoppelt

Wie Dr. Isabell Aydan Risch vom DDAD-informationszentrum Istanbul in ihrem Ländervortrag Türkei vom 5. Juli dieses Jahres aufzeigt, hat das akademische Leben in der Türkei in den letzten drei Jahren insgesamt einen wesentlichen Schub erfahren. So habe sich die Erstsemesterzahl in diesem Zeitraum fast verdoppelt. 2011/2012 studierten 3,529 Millionen junge Leute, davon sind 1,363 Millionen in Fernstudiengängen eingeschrieben. 2007/2008 waren es erst 433.150. Bis zum Jahr 2025 werden 5,2 Millionen erwartet. Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der staatlichen Hochschulen. Waren es 2008 84, sind es drei Jahre später schon 103. Noch deutlicher wird die Entwicklung bei privaten, staatlich anerkannten Stiftungsuniversitäten. Ihre Anzahl stieg von 30 auf 62 an. Einen zusätzlichen Bedarf gebe es an (BA-)Studienplätzen: Konkret alle fünf Jahre weitere 250.000 Studienplätze. „Davon 60.000 Studienplätze durch Hochschulneugründungen und weitere 190.000 durch Erweiterung der bestehenden Kontingente durch größere Jahrgangsstärken, Abendstudium etc.“ Alle fünf Jahre soll außerdem die Anzahl der Masterabschlüsse um 100.000 Absolventen erhöht werden. Das Ziel: 2025 soll es 610.000 Absolventen mit Masterabschluss geben. Damit einher geht aber auch eine Verdoppelung des wissenschaftlichen Personals von 100.000 auf 200.000 Kräfte (in der türkischen Wissenschaftsszene herrscht noch keine Gleichstellung der Geschlechter – mehr hier).

2012: 751 deutsch-türkische Hochschulkooperationen

Die Anstrengungen erfolgen nicht ohne Grund: Laut TÜBİTAK, dem Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei, wird gemäß der Innovationsstrategie „Vision 2023“ eine Steigerung der eigenen Innovationskraft der Türkei vor allem in den Bereichen Information, Kommunikation, Energie, natürliche Ressourcen, Gesundheit, Pharmazie, Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft, Ernährung und einigen anderen Schlüsselbereichen angestrebt. Genutzt werden dazu auch Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten mit ausländischen Universitäten. So gebe es laut Dr. Risch mit Stand Juni 2012 etwa ganze 751 deutsch-türkische Hochschulkooperationen. 83 Prozent davon fallen unter das Erasmus-Abkommen. Zwei Drittel dieser Abkommen sind erst innerhalb der letzten fünf Jahre unterzeichnet worden.

An der Spitze des World Rankings steht übrigens die renommierte Harvard University im Großraum Boston, gefolgt von zahlreichen weiteren amerikanischen Institutionen wie der Johns Hopkins University, Stanford, Berkeley oder Michigan Ann Arbor. Auf Platz 51 findet sich mit der Ludwig Maximilians Universität die erste deutsche Uni im Ranking, gefolgt von der Ruprecht Karls Universität in Heidelberg auf Rang 57.

Hier geht’s zum URAP World Ranking.

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