Türkei: Zahl der Hausfrauen steigt!

Die Zahl der türkischen Hausfrauen betrug im März 2012 ganze 12,2 Millionen. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Diese zeigte auch: Die Zahl der Hausfrauen wächst rasant.

Im März 2012 bezeichneten sich selbst 496,000 Türkinnen mehr als Hausfrauen als noch im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor. Das ergab eine Auswertung der Stiftung für wirtschaftspolitische Forschung in der Türkei (TEPAV), die sie nun in ihrem achten Beschäftigung Bulletin veröffentlicht hat. „Innerhalb der Belegschaft im Alter über 15 Jahre gibt es einen signifikanten Anstieg des ‚Hausfrauen‘ Status“, so der TEPAV-Bericht, der von insgesamt 12,2 Millionen türkischen Hausfrauen im Jahr 2012 spricht. Da es in dieser Zeit keinen bemerkenswerten Anstieg der Arbeitslosenzahlen gibt, trotz einer leichten Abschwächung der Konjunktur, müssten, so heißt es weiter, die Daten genauer untersucht werden, um den eigentlich Grund für den Anstieg der Hausfrauen in der Türkei zu bestimmen. Insgesamt sei die weibliche Beteiligung am Arbeitsmarkt von 49,9 Prozent im Jahr 2011 auf nun 49,4 Prozent in 2012 zurückgegangen (laut Erdogan machen ihnen neue Technologien das Leben leichter – mehr hier).

„In der Zeit von März 2011 bis März 2012 stieg die Zahl derer, die aus dem Arbeitsleben ausschieden um 868,000 an. Hier ist anzumerken, dass die Gruppe der Hausfrauen unter ihnen einen signifikanten Anteil ausmachte. Nahezu 500,000 dieser Menschen, oder etwa die Hälfte, setzt sich aus Hausfrauen zusammen“, so der Bericht weiter (um der Arbeitslosigkeit Herr zu werden, gab es auch Überlegungen die Wochenarbeitszeit zu reduzieren – mehr hier).

Die Beschäftigung im Dienstleistungssektor steigt

Der TEPAV-Bericht stellte auch die Tatsache heraus, dass es zwar einen Rückgang der Beschäftigung in der Türkei in den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Bauwirtschaft und anderen „Produktions“-Sektoren gebe, gleichzeitig aber auch eine Steigerung der Beschäftigungszahlen im Dienstleistungssektor, nämlich dem öffentlichen Sektor, zu verzeichnen sei. Dort wurden insgesamt 571.000 neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen (Jobs auf Zeit lassen die Arbeitslosenzahlen steigen – mehr hier).

„In der Zeit von März 2011 bis März 2012 gab es im Dienstleistungssektor die meisten Beschäftigen. Vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Dort konnten fast 350.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. Andere Bereiche, die in der Lage waren, in den vergangenen zwölf Monaten Arbeitsplätze zu schaffen, waren der Groß-und Einzelhandel und die damit verbundenen Branchen Logistik und Lagerung.“

Auf Grund der derzeitigen Regierungspolitik einer so genannten „weichen Landung“, die das Wirtschaftswachstum etwas verlangsamen soll, gab es jedoch auch einen Rückgang der Beschäftigungszahlen in den Produktionssektoren, die mit Verlangsamung des Wachstums einhergingen. In der Landwirtschaft gab es 173.000 weniger Beschäftige. 28,000 weniger waren es in der Fertigung, 40,000 weniger auf dem Bau und 42,000 weniger im Bergbau (die Jugendarbeitslosigkeit soll mit Hilfe von Call Centern bekämpft werden – mehr hier).

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