Batman Amoklauf: US-Amerikaner rechnen mit James Holmes ab!

Eine Debatte über das bisher geltende Waffengesetz in den USA oder über die Konsequenzen, die dem Amokläufer von Denver drohen sollten, wird in den Vereinigten Staaten höchstwahrscheinlich anders geführt als in Deutschland. Immerhin: Sie wird geführt. Und dabei gehen die Bürgerinnen und Bürger hart mit James Holmes ins Gericht.

Das bekannte US-Promiklatsch-Portal „tmz.com“ liefert derzeit mit einer breitgefächerten Umfrage ein erstes Stimmungsbild. Der Amoklauf während einer „Batman“-Premiere im US-Bundesstaat Colorado am vergangenen Freitagmorgen hat nach Meinung der Redaktion gleich mehrere fundamentale Fragen rund um Gewalt in Filmen, Waffen und die öffentliche Sicherheit in den Vereinigten aufgeworfen (die französische Premiere am Freitag wurde darauf hin abgesagt – mehr hier).

52% mittlerweile für ein Waffenverbot

Das Medium stellt im Zuge dessen insgesamt neun Fragen zur Abstimmung, die sich so sicherlich auch viele Bürgerinnen und Bürger hierzulande stellen mögen. So wird unter anderem gefragt, ob die Leserinnen und Leser nun Angst davor hätten, sich den neuesten „Batman“-Film anzusehen. Beantwortet wurde diese Frage Nummer eins von insgesamt 214,010 Usern (Stand Sonntagvormittag). 86% von ihnen lassen sich nicht verschrecken. 14% beanworten die Frage hingegen mit ja. Weiterhin will „tmz.com“ wissen, ob Kinos künftig mit Metalldetektoren ausgestattet werden sollten. Hier ergibt sich unter den 209,037 Antworten kein eindeutiges Bild. 53% stimmen dagegen. 47% sind jedoch dafür. Die wahrscheinlich elementarste Frage – aus europäischer Sicht – ist Nummer drei. Waffen verbieten: Ja oder nein? Ganze 210,566 nahmen an dieser Auswertung teil und siehe da: Nur noch 48% pochen auf das Recht auf Waffenbesitz aus Gründertagen. 52% sprechen sich für ein Verbot aus.

69% fordern für James Holmes die Todesstrafe

Im nächsten Frageblock beschäftigt sich „tmz.com“ mit dem mutmaßlichen Täter, James Holmes, selbst. Noch immer liegt das Motiv seiner Tat völlig im Unklaren. Bei der Vernehmung gab er lediglich an, er sei der „Batman“-Bösewicht „Der Joker“. Die Haare hatte er sich entsprechend rot gefärbt. Dennoch fragt das Portal. Halten sie ihn für geisteskrank oder schlicht böse? (im Fall des Amokläufers von Norwegen Anders Behring Breivik plädierten seine Anwälte auch auf geisteskrank – mehr hier) Die Tendenz hier ist klar: 60% der 206,855 Antworten halten den 24-Jährigen in der Tat für psychisch krank. 40% erachten ihn für voll zurechnungsfähig. Auch nach der Art und Weise, wie er zu bestrafen sei, wird gefragt. Und hier fällt das Ergebnis deutlich anders als hierzulande aus. 69% der 208,366 Antwortenden fordern für den Mord an zwölf Menschen die Todesstrafe, 31% sind für lebenslänglich.

Sektion drei konzentriert sich nun auf die Filmindustrie an und für sich. So will das Medium grundsätzlich wissen, ob die Userinnen und User der Ansicht sind, dass Filme Gewalt fördern. 62% der 200,803 Antwortenden glauben das nicht. 38% sind gegenteiliger Ansicht. Sollten Produzenten überhaupt noch gewalttätige Filme auf den Markt bringen? Auch hier ist die Tendenz unter den 192,246 Userinnen und Usern klar: 80% sprechen sich dagegen aus, 20% würden das befürworten. Typisch amerikanisch scheint in diesem Zusammenhang die vorletzte Frage zu sein. Doch immerhin machten sich auch hier 195,435 Menschen Gedanken, wie nach diesem Massaker die Chancen des Films auf einen Oscar stünden. Hier glauben 68%, dass die Tat in Aurora keinen Einfluss darauf hat, 32% allerdings schon. Abschließend stellt die Redaktion eine weitere, wenn auch wenig differenzierte, aber für das puritanische Amerika typische Frage in den Raum. So will man nun wissen, was für Kinder gefährlicher sei: Gewalt in Filmen oder Nacktheit. Auch hier gibt es unter den 194,172 Personen eine eindeutige Tendenz. So sprechen sich 77% für ersteres aus und immerhin noch 23% für Option zwei.

Wohnung von Holmes gleicht Tötungsmaschine

Inzwischen ist es der Polizei gelungen, die Sprengfallen in der Wohnung von James Holmes kontrolliert zur Explosion zu bringen, nachdem eine Entschärfung auf Grund der Komplexität der Konstruktion zuvor nicht gelungen war. Insgesamt, so heißt es, seien rund 30 Sprengsätze identifizert worden. Die Wohnung, so fassen die Medien zusammen, wurde als regelrechte Tötungsmaschine hergerichtet. Jeder, der sie betritt, sollte zu Tode kommen. Wäre es zu einer unkontrollierten Detonation gekommen, wäre nach Angaben der Polizei wahrscheinlich der gesamten Wohnkomplex mit in die Luft geflogen.

James Holmes, der keine Vorstrafen hat, soll am kommenden Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. Bei seiner Tat am frühen Freitagmorgen hatte er ein Sturmgewehr, eine Schrotflinte sowie ein oder zwei Pistolen mit, die er zuvor legal erworben hatte. Ebenso wie 6000 Schuss Munition, die er im Internet bestellte. Wie er derart bewaffnet in das Kino gelangen konnte, ist weiterhin unklar. Nach der Tat ließ sich der Schütze widerstandslos festnehmen.

Hier geht es zur Umfrage.

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