Türkei: Wirtschaftliche Beziehungen mit irakischem Kurdistan gedeihen

Barham Salih, ein hochrangiger Politiker der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), hat die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und dem irakischen Kurdistan gelobt. Er betont, die Bindungen würden sich in Zukunft noch weiter entwickeln.

Seit Jahren leiden die Beziehungen zwischen der Türkei und den irakischen Kurden unter der Präsenz der terroristischen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak (auch während des Ramadans lehnte die Terrororganisation eine Waffenruhe ab – mehr hier). Immer wieder verübte Anschläge vergiften das Verhältnis zwischen Türken und Kurden. Und dennoch schaffen es beide Seiten, unabhängig von sinnloser Gewalt und gegenseitigen Anfeindungen nutzbringende Geschäftsbeziehungen aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln. So sind auch Öl- und Gasimporte der Türkei aus der Region deutlich gestiegen. Ursächlich hierfür ist, dass die kurdische Regionalregierung die Zusammenarbeit mit der Türkei nach deren Anti-Terror-Anstrengungen verbessert hat.

„Die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen irakischen Kurden und der Türkei ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte“, so Barham Salih, ein hochrangiger Politiker der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Ministerpräsident der semi-autonomen kurdischen Regionalregierung (KRG) von 2009 bis Januar 2012, in einem Interview mit „Zaman“. Auf der anderen Seite hätten die Geschäftsbeziehungen zwischen der Türkei und der KRG zu Spannungen mit der irakischen Zentralregierung geführt, welche die Ölimporte aus der Region Kurdistan-Irak als illegal ansieht mit der Begründung, dass Öl-und Gas das Eigentum aller Iraker und dass deren Export nur von der Bundesregierung des Irak verwaltet werden sollte (der Nordirak behauptet allerdings, gar keine andere Möglichkeit zu haben, denn Bagdad verweigere die Lieferung von Ölprodukten in den Norden – mehr hier).

Gemeinsames Erbe und Interessen sollen vereinen

Salih hofft, dass die gegenseitigen Anschuldigungen irgendwann aufhören und die schlimmen Ereignisse, welche die Auseinandersetzungen geprägt haben, irgendwann vernarben: „Ja, es ist ein Traum“, sagt er,  „und es kann gut ein ferner Traum sein. Aber wenn die Europäer zwei Weltkriege und Jahrhunderte der ethnischen und religiösen Konflikten zu überwinden vermocht haben, gibt es keinen Grund, warum die Völker des Nahen Ostens, mit unserem gemeinsamen Erbe und gemeinsamen Interessen, es nicht besser machen können“.

Salih glaubt, dass die Kurden eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Beziehungen des Irak zu seinen Nachbarn spielen könnten. Seit seiner Gründung als eine sich selbst verwaltende Einheit habe sich Kurdistan-Irak als stabilste Region mit den besten Beziehungen zu den Nachbarn des Iraks entwickelt: „Kurdistan-Irak sticht als Vorbild für den Rest des Irak heraus. Wir müssen dies durch politische und staatliche Reformen in Kurdistan und die Vertiefung unserer demokratischen Werte und gute Regierungsführung verbessern. Wir müssen weiterhin in den Angelegenheiten des Irak aktiv bleiben und sicherstellen, dass der Irak in einem demokratischen föderalen System inklusive aller ihrer Gemeinden verwaltet wird.“

Mehr zum Thema:

Kurden und Türken fordern gemeinsam Ende des Terrorismus
„Kurdistan“ erstmals in offiziellem türkischen Papier erwähnt
Neue kurdische Partei: Ab Oktober will sie in der türkischen Politlandschaft mitmischen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.