Türkei ruft seinen Generalkonsul aus Aleppo zurück

Der türkische Generalkonsul ist an diesem Montag aus dem syrischen Aleppo zurück in die Heimat gekehrt. Das türkische Außenministerium hatte ihn auf Grund der immer heftiger werdenden Zusammenstöße zwischen der syrischen Armee und Kämpfern der Opposition im Nachbarland, insbsondere auch in Aleppo, zurückgerufen.

Die Entscheidung, den türkischen Generalkonsul zurückzurufen wurde Berichten zufolge auf einem Sicherheitstreffen der im Außenministerium am vergangenen Donnerstag getroffen. Wie ein Ministeriumssprecher nun mitteilte, sei Generalkonsul Adnan Keçeci am Montagmorgen in der Türkei eingetroffen. Nun würden Beratungsgespräche zur Lage in Syrien abgehalten. Wann und ob er nach Syrien zurückkehre, wurde allerdings nicht bekannt.

Generalkonsul mit Minimum-Personal in Aleppo

Der Schritt folgte auf die Intensivierung der Kämpfe im Nachbarland nach einem Bombenanschlag auf den innersten Machtzirkel von Machthaber Bashar al Assad, darunter auch sein Schwager und der syrische Verteidigungsminister. Seither gibt es Spekulationen, dass das Ende des Regimes unmittelbar bevorstehe. Beobachter prognostizierten, dass der beispiellose Schlag gegen die herrschende Dynastie einen Wendepunkt in der syrischen Krise bedeuten könnte (türkische Lkw-Fahrer berichten derzeit über Plünderungen und Brandsätze gegen ihre Fahrzeuge – mehr hier).

An diesem Montag fand unter dem Vorsitz von Premier  Recep Tayyip Erdoğan ein weiteres Sicherheitstreffen in Ankara statt. An den Gesprächen nahmen auch Verteidigungsminister Ismet Yilmaz und Hakan Fidan, Staatssekretär des türkischen Geheimndienstes (MIT), teil. Bereits am 26. März dieses Jahres rief die Türkei ihren türkischen Botschafter aus Syrien zurück. Der größte Teil der konsularischen Personals war bereits zuvor in die Türkei zurückgekehrt. Lediglich Generalkonsul Kececi blieb mit einem Minimum an erforderlichem Personal im Dienst.

Syrien droht mit Chemiewaffen-Einsatz

Unterdessen verschärft sich die Situation in Syrien weiter. Nun droht die syrische Fürung, „im Fall einer ausländischen Aggression“ damit auch Chemiewaffen einzusetzen. Das ließ der Sprecher des syrischen Außenministeriums, Dschihad Makdessi, ebenfalls am diesem Montag in Damaskus verlauten. Wann und wie die Waffen benutzt würden, läge im Ermessen der Generäle. Derweil lehnte der Ministeriumssprecher auch den Vorschlag der Arabischen Liga ab, dass Assad sich zurückziehe und dafür im Gegenzug freies Geleit ins Ausland erhalte. Eine Entscheidung darüber, so stellte er heraus, sei alleinige Sache des syrischen Volkes (bisher sind gut 120.000 Menschen aus Syrien geflohen – mehr hier).

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