Trotz Unruhen in den Camps: Türkei nimmt weiterhin Flüchtlinge auf

Die Türkei will auch weiterhin syrische Flüchtlinge, die vor der immer verheerender werdenden Gewalt in ihrem Land fliehen, aufnehmen. In jüngster Zeit war es jedoch in einigen Flüchtlingslagern zu Unruhen gekommen. Die Flüchtlinge gerieten mit türkischen Polizisten aneinander, weil sie etwa nicht genügend Wasser oder Nahrung hatten.

Die Türkei wolle auch weiterhin ihre Politik der „geöffneten Türen“ für syrische Flüchtlinge beibehalten. Den kürzlich ausgebrochenen Unruhen in den teils völlig überfüllten Camps und den immer weiter anwachsenden Flüchtlingsströmen werde die Regierung mit der Errichtung neuer Lager beikommen, so ein türkischer Offizieller gegenüber einer türkischen Tageszeitung (hier sollen weitere 10.000 Menschen Platz finden – mehr hier).

Insgesamt wurden 17 syrische Flüchtlinge im Distrikt İslahiye von Gaziantep festgenommen, nachdem sie angeblich vor dem Flüchtlingscamp, in dem sie lebten, eine syrische Flagge schwenkten. Daneben wurden vier syrische Flüchtlinge und vier Mitglieder der türkischen Sicherheitskräfte am 22. Juli verletzt als in einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Islahiye Aufstände losbrachen, nachdem eine Gruppe von 1.500 Turkmenen aus Syrien im Camp ankamen.

„Die türkische Flagge wurde nicht eingeholt, doch die syrische Fahne wurde am Eingang des Lagers, wo die Vorfälle am 22. Juli stattgefunden haben, angezeigt“, erläutert der Distrikt-Gouverneur Osman Beyazyıldız die Vorfälle. „Alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen. Die 17 verantwortlichen Syrer wurden festgenommen. Ähnliche Fälle ereigneten sich in den Lagern in Hatay und Kilis.“

Andernorts begegnete die Polizei Steine werfenden syrischen Flüchtlingen mit dem Einsatz von Tränengas. Sie protestierten, weil es im Lager einfach nicht genügend Wasser und Nahrung für alle geben würde. Darauf hin wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Nun patrouillieren Polizei und gepanzerte Fahrzeuge rund um das Camp (Erdogan beschuldigt Assad Genozid zu begehen – mehr hier).

Das Flüchtlingshilfswerk der UNO (UNHCR), leite diese Camps nicht und sei auch während der Zwischenfälle nicht vor Ort gewesen, stellt UNHCR-Sprecher Metin Çorabatır derweil heraus. Gemäß internationalem Recht und Normen, so Çorabatır weiter, gäbe es für diejenigen, die Schutz suchen sowohl Rechte als auch Pflichten. Gleiches gelte für jene, die ihre Hilfe anbieten. „Es liegt in der Verantwortung des Gastlandes, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten und zu gewährleisten, was auch der Fall ist.“ In diesem Zusammenhang bot das UNHCR auch seine Expertise und Unterstützung in technischen Fragen an.

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