„The Dark Knight Rises“: Nach dem Amoklauf schweigen selbst die Kinokassen

Der Amoklauf in Denver am vergangenen Freitag hat nicht nur ein Trauma bei den Opfern ausgelöst. Die Tat von James Holmes wirkt sich nun auch auf den Kinostart von „The Dark Knight Rises“ aus. Die hochgeschraubten Erwartungen Hollywoods sind obsolet. Viele US-Amerikaner haben offenbar Angst in die Kinos zu gehen.

Noch am vergangenen Wochenende sah es so aus, als ob sich die US-amerikanischen Kinobesucher nicht von der Tat eines Einzelnen einschüchtern lassen würden. Das bekannte Promiportal tmz.com hatte zur Umfrage gebeten und wollte unter anderem wissen, ob die Leserinnen und Leser nach der Bluttat auf einen Besuch des Films verzichten würden. Beantwortet wurde das von insgesamt 214,010 Usern (Stand Sonntagvormittag). 86% gaben hier an, sich nicht verschrecken zu lassen. 14% beanworten die Frage hingegen mit ja (fast 70% forderten für den Täter die Todesstrafe – mehr hier).

Einspielergebnis blieb weit hinter den Erwartungen zurück

Jetzt kristallisiert sich jedoch heraus, dass zwischen einer Online-Abstimmung und der Realität doch ein gewaltiger Unterschied bestehen kann. Bis Sonntag spielte „The Dark Knight Rises“ in Kinos in den USA und Kanada geschätzte 162 Millionen Dollar ein. Ein Wert, der weit unter den geschätzten 173 Millionen lag, den man auf Grundlage der Daten von Freitag bereits für den darauffolgenden Samstag prognostiziert hatte (die französische Premiere am Freitag wurde darauf hin abgesagt – mehr hier).

Immerhin: Der neue Batman-Streifen gehörte zu einem der heiß erwartetsten Filme in diesem Jahr. Der Amoklauf von Aurora, Colorado, bei dem am vergangenen Freitag zwölf Menschen starben und weitere 58 teils schwer verletzt wurden, machte die Freude unter den Kinofans mit einem Schlag zunichte. Vor der Tat waren die Ausichten mehr als optimistisch: Zwischen Freitag und Sonntag rechnete man mit 170 bis 198 Millionen Dollar, die Batman in die Kinokassen spülen sollte. Ginge es nach den Analysten, sollte Batman nur knapp unter dem Rekord von 207 Millionen Dollar, den „The Avengers“ im vergangenen Mai eingespielt hat, bleiben.

James Holmes droht die Todesstrafe

Am vergangenen Montag musste James Holmes nun erstmals vor den Richter treten. Der 24-Jährige, dessen Haare nach wie vor rot gefärbt sind, wirkte apathisch (im Fall des Amokläufers von Norwegen Anders Behring Breivik plädierten seine Anwälte auf geisteskrank – mehr hier). Zu den Vorwürfen äußerte sich der Student der Neurowissenschaften, der die Tat offenbar wochenlang geplant hatte, nicht. Laut Auroras Polizeichef Dan Oates verschanze er sich regelrecht hinter seinen Anwälten. Für kommenden Montag legte Richter William Sylvester den Termin für die offizielle Anklageerhebung gegen ihn fest. Bis dahin bleibt er ohne Kontakt nach außen in Untersuchungshaft. Bis der Prozess tatsächlich eröffnet werde, könnte bis zu einem Jahr vergehen. Solange könnte es dauern, bis die gewaltige Menge an Beweisen überprüft worden ist. Derzeit steht im Raum, die in Colorado faktisch nur noch auf dem Papier existierende Todesstrafe für Holmes zu fordern.

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