Chaos in Syrien: Türkei macht jetzt alle Grenzen dicht!

Ab diesem Mittwoch schließt die Türkei alle Grenzübergänge in Richtung Syrien. Das teilte ein Sprecher des türkischen Zoll- und Handelsministeriums mit. Der Schritt ist eine Reaktion auf die sich immer weiter verschlechternde Sicherheitslage. Erst vor wenigen Tagen war der türkisch-syrische Grenzübergang Cilvegözü nach Plünderungen türkischer Lkws geschlossen worden.

Die syrische Opposition hat mittlerweile die Kontrolle über mehrere syrisch-türkische Grenzposten auf syrischer Seite erlangt. Im Zuge der Schließung von türkischer Seite aus wird künftig kein Durchgangsverkehr mehr möglich sein. Auswirkungen auf die Hilfesuchenden hat die Maßnahme nicht: Syrische Flüchtlinge, die in den vergangenen 16 Monaten bereits zu Tausenden in die Türkei geströmt sind, benutzen Schmugglerrouten, um über die Grenze zu gelangen.

Seit dem möglichen Abschuss eines türkischen Militär-Jets durch Syrien (100-prozentig sicher ist man da allerdings nicht mehr – mehr hier) haben sich die Beziehungen zwischen Syrien und der Türkei noch einmal rapide verschlechtert. Ankara, das früher eine freundschaftliche Beziehung zu Damaskus pflegte, stockte darauf hin seine Militärpräsenz an der türkisch-syrischen Grenze auf und stattete die Armee zudem mit weiteren Militärfahrzeugen, schwerem Raketenabwehrgerät und anderen Waffen aus (die Truppen stehen in Alarmbereitschaft – mehr hier).

Grenzposten: Ausnahmen für den Transitverkehr

Der jetzige Schritt, alle 13 offiziellen Grenzenposten völlig dicht zu machen, soll weiteres Leid verhindern. Gerade für die Lkw-Fahrer, die weiterhin den Handel zwischen den beiden Ländern aufrechterhielten, wurde der Grenzübertritt in letzter Zeit immer gefährlicher. Ständig riskierten sie angegriffen zu werden oder gar mitten hinein in die Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und den syrischen Regierungstruppen zu geraten. Ob und wann die Grenzübergänge wieder geöffnet werden, hänge von den weiteren Entwicklungen im Nachbarland ab. Die jetzige Maßnahme zielt vor allem auf die Posten Cilvegözü, Öncüpinar und Karkamis. Von syrischer Seite aus, kann nun kein Fahrzeug mehr in die Türkei gelangen. Ausnahmen gebe es, laut Handelsminister Hayati Yazici, nur für den Transitverkehr.

Nach Einschätzung des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan sei der Widerstand gegen Machthaber Bashar al Assad dem Ziel noch nie so nahe wie jetzt gewesen. Noch einmal warnte er, dass die Türkei auf jede Feindseligkeit aus Syrien reagieren werde. Die Türkei hatte Assad in der Vergangenheit bereits mehrmals aufgefordert, sich zurückzuziehen, nachdem er geforderten Reformen in seinem Land nicht nachgekommen war (mittlerweile haben rund 120.000 Menschen das Land verlassen – mehr hier).

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