Auf nach London! Türkische Volleyballerinnen setzen große Hoffnungen in Olympia

Am kommenden Freitag ist es soweit: Die Olympischen Sommerspiele von London öffnen ihre Pforten. Vor allem für die türkischen Volleyballerinnen ist das ein großer Schritt. Erstmals sind sie bei den Spielen mit von der Partie. Und obwohl sie in der stärkeren der beiden Gruppen antreten müssen, geben sie sich zuversichtlich am Ende eine Medaille mit nach Hause nehmen zu können.

Erstmals wird die Türkei bei den Olympischen Spielen 2012 mit einem Damen-Volleyball-Team präsent sein. Zudem war das Land bereits seit 52 Jahren nicht mehr mit einer Mannschaftssportart bei diesen Wettkämpfen vertreten. Die Erwartungen sind hoch und einfach dürfte es für die türkischen Damen in London nicht werden. Die Frauen müssen in der Gruppe B antreten. Die Konkurrenz ist stark. Finden sich hier doch Mannschaften aus Vereinigten Staaten, China, Südkorea, Serbien und Brasilien.

Die Gegnerinnen der türkischen Damen haben bereits einiges vorzuweisen. Allesamt sind sie erfahrene Teams, die bereits große Olympia-Erfolge feiern durften. Brasilien, USA und China gewannen Gold, Silber bzw. Bronzemedaillen bei den letzten Olympischen Spielen in Peking und Serbien betritt die Wettkampfbühne diesmal als amtierender Europameister. In der anderen Gruppe tummeln sich derweil Großbritannien, Japan, Italien, Russland, die Dominikanische Republik und Algerien.

USA und Brasilien gelten als die Top-Favoritinnen

„Ja, wir wissen, dass wir in einer wirklich starken Gruppe sind. Doch wir werden nun mit einer noch höheren Motivation spielen und diesen Umstand in unseren Vorteil verwandeln“, gibt sich Mittelblockerin Eda Erdem zuversichtlich. Einige künftige Gegner, so Erdemweiter, seien ihrem Team darüber hinaus bereits aus dem  2012 FIVB World Grand Prix im vergangenen Monat bekannt.

In China konnte die Türkei Serbien und Südkorea schlagen. Gegen die USA und Brasilien zogen die Damen allerdings den Kürzeren. Letztlich ging das US-amerikanische Team als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Die Türkinnen schafften es immerhin auf Rang drei. „Wir alle glauben daran, dass wir eine Medaille gewinnen können“, so Erdem weiter. Gegen ihre Gegner hätten sie bereits gespielt und würden ihr Niveau kennen. Auch selbst wüssten sie derzeit genau, wo sie stehen.

Auch der Vorsitzende des türkischen Volleyballverbands (TVF), Erol Ünal Karabıyık, setzt große Hoffnungen in sein Team. Auch, wenn er es lieber gesehen hätte, wenn seine Damen in die andere Gruppe gekommen wären. „Um ehrlich zu sein wäre es mir lieber gewesen, wenn sie in der anderen Gruppe gelandet wären. Es wäre einfacher, wenn wir in der Gruppe von Großbritannien, Algerien und der Dominikanischen Republik wären. Russland, Italien und Japan waren Teams, auf die wir vor kurzem getroffen sind.“ Über die jetzige Situation jammern, zähle seiner Ansicht allerdings nicht. Die türkischen Damen hätten das Potential jedes Team in ihrer Gruppe zu schlagen. Lediglich die USA und Brasilien wären allen anderen einen Schritt voraus.

Volleyballerin Neslihan Darnel trägt türkische Flagge

Aller Anfang ist schwer: Bei ihrer Olympia-Premiere könnten die türkischen Damen auf eine ganze Reihe von Schwierigkeiten stoßen (dennoch war der Jubel riesig, als sie das Olympia-Ticket lösten – mehr hier). Doch laut Erdem gebe sich das Team bisher cool. „Ich weiß nicht, ob es ein Nachteil ist, das erste Mal bei Olympischen Spielen anzutreten. Aber wir haben ja bereits gegen diese Mannschaften gespielt. Für uns ist es einfach eine neue Bühne. Was wirklich zählt ist, wie wir spielen.“

Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr konnten die Volleyballerinnen Platz drei erzielen (Das Spiel gegen Serbien konnten die Türkinnen nicht mehr für sich entscheiden – mehr hier). 2010 war es gerade einmal Rang sechs. Die jetzige Volleyball-Generation, so Erdeme, sei wirklich wunderbar.Mit ihr schneide das Team jedes Jahr wirklich gut ab. „Ich denke, das macht uns zu einem Team, auf das man achten sollte. Wir fahren mit großen Hoffnungen und hohen Erwartungen nach London.“

Übrigens, die türkische Flagge wird während der Eröffnungszeremonie am kommenden Freitag von Volleyballerin Neslihan Darnel getragen. Sie gehört derzeit zu den wohl bekanntesten Athletinnen des Landes. Für Jugend- und Sportminister Suat Kılıç ist die 29-Jährige ganz klar das Gesicht der Türkei.

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